Der berühmte Strassenkarneval im brasilianischen Rio de Janeiro ist wegen der steigenden Corona-Infektionen erneut abgesagt worden.
Strassenkarneval in Rio de Janeiro im Jahr 2020
Strassenkarneval in Rio de Janeiro im Jahr 2020 - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Coronazahlen in Brasilien steigen deutlich an.

Bürgermeister Eduardo Paes sagte am Dienstag, dass der Strassenkarneval in der Form, wie er vor der Pandemie bis 2020 stattgefunden hat, «auch 2022 nicht stattfinden» wird. Zuvor hatte er sich mit Vertretern der Musikkapellen getroffen, die die Feierlichkeiten organisieren. Der berühmte Umzug der Sambaschulen soll hingegen weiterhin stattfinden.

Der Strassenkarneval sollte vom 25. Februar bis 1. März stattfinden. Es ist bereits das zweite Jahr in Folge, dass die Behörden die Strassenfeiern wegen der Pandemie absagen mussten. Die Strassenparaden der «Blocos» genannten Musikkapellen unterscheidet sich von der bekannteren Prozession der Sambaschulen im Sambadrom. Während die Behörden davon ausgehen, dass sie das Infektionsgeschehen bei der Tanz-Veranstaltung mit rund 70.000 Zuschauern kontrollieren können, sei beim Strassenkarneval «jede Art von Kontrolle unmöglich», sagte Paes.

Ein Vorschlag, die Feierlichkeiten aufzuteilen, sei von den Musikgruppen abgelehnt worden. Die Musikkapellen planten, einen Gegenvorschlag für «dezentralere» Umzüge zu unterbreiten. Am Freitag ist ein erneutes Treffen mit der Stadtverwaltung geplant.

Beim Karneval 2020 nahmen laut Angaben der Stadtverwaltung rund sieben Millionen Menschen an den Strassenfesten teil.

Das Auftreten der hochansteckenden Omikron-Variante in Verbindung mit den Zusammenkünften über Weihnachten und Neujahr hat zu einem sprunghaften Anstieg der Covid-Fälle in Rio geführt. Wurden am 14. Dezember nur 21 Neuinfektionen registriert, waren es zwei Wochen später bereits 458. Dabei haben vier von fünf Einwohnern Rios bereits zwei Impfdosen gegen das Virus erhalten.

Brasilien ist mit etwa 620.000 Corona-Toten das Land mit der zweithöchsten Zahl an Todesfällen durch die Pandemie weltweit. Nur die USA haben mehr Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus verzeichnet.

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