Sri Lankas Präsident stellt Steuererhöhungen in Aussicht

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    Das hochverschuldete Sri Lanka wird nach Einschätzung des neuen Präsidenten Ranil Wickremesinghe um Steuererhöhungen nicht herumkommen.

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    Ranil Wickremesinghe ist der neue Präsident von Sri Lanka. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Kluft zwischen Arm und Reich sei in den vergangenen zehn Jahren gewachsen, sagte der 73-Jährige am Freitag laut dem sri-lankischen Online-Magazin EconomyNext auf einem Wirtschaftsforum in Colombo.

    «Das bedeutet auch, dass wir eine höhere Besteuerung haben müssen, sogar eine Besteuerung auf Vermögen», wurde Wickremesinghe zitiert. Aus Mangel an Währungsreserven war Indiens südlicher Nachbar im Mai erstmals zahlungsunfähig geworden.

    Noch in diesem Monat sollen die Verhandlungen mit dem Internationalen Währungsfonds über ein Hilfsprogramm wiederaufgenommen werden, hatte der Präsident am Mittwoch gesagt. Er kündigte politische Reformen an.

    Dem mit 51 Milliarden Dollar im Ausland verschuldeten Land fehlte es zuletzt an Geld, um lebenswichtige Güter wie Treibstoff, Medikamente sowie Gas zum Kochen zu importieren. Die Lebensmittelpreise sind stark gestiegen, die Inflation liegt nach amtlichen Angaben inzwischen bei über 60 Prozent. Nach monatelangen Massenprotesten war der vorherige Präsident Gotabaya Rajapaksa Mitte vergangenen Monats nach Singapur geflohen. Ihm und seiner Familie wird vorgeworfen, die einst aufstrebende Inselnation durch Vetternwirtschaft, Korruption und politisches Missmanagement heruntergewirtschaftet zu haben.

    So hatte Rajapaksa laut Experten dem Staat 2019 durch wiederholte Steuersenkungen dringend benötigte Einnahmen entzogen. Ein Problem seien auch die vielen Staatsunternehmen. 2021 seien 86 Prozent der Steuereinnahmen für Gehälter im öffentlichen Sektor aufgewandt worden. Hinzu kommen die hohen Schulden der Staatsunternehmen, die 2020 auf neun Prozent der Wirtschaftsleistung Sri Lankas stiegen. Wickremesinghe hofft, in Kürze eine Einigung mit dem Internationalen Währungsfonds über ein vierjähriges Hilfsprogramm zu erzielen. Es wird erwartet, dass ein solches Programm Steuererhöhungen vorsieht.

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