Schweizer Beratungsstellen für Pädophilie verzeichnen mehr Anfragen
Immer mehr Menschen mit einer sexuellen Neigung für Minderjährige sowie deren Angehörige suchen Hilfe. Die beiden zuständigen Fachstellen in der Deutsch- und der Westschweiz verzeichneten im vergangenen Jahr einen starken Anstieg der Anfragen, wie sie am Donnerstag gemeinsam mitteilten.

In der Deutschschweiz hat sich die Zahl der Kontaktanfragen bei der Fachstelle Beforemore im Vergleich mit 2024 von 67 auf 175 mehr als verdoppelt. Besonders stark war der Anstieg bei Personen mit einer sexuellen Präferenz für Minderjährige (von 31 auf 83) und bei Angehörigen (von 16 auf 53).
In der Westschweiz stieg die Zahl der von der Organisation «DIS NO» bearbeiteten Anfragen von 137 auf 173. Auch hier suchten mehr direkt betroffene Personen Rat. In beiden Sprachregionen nahmen zudem die Anfragen von Fachpersonen wie Therapeuten oder Sozialarbeitenden zu.
Die Organisationen erklären den Anstieg mit der wachsenden Bekanntheit ihrer Angebote. Dies sei ein gutes Zeichen, wird Beforemore-Geschäftsführer Dominik Galliker in der Mitteilung zitiert. «Viele Menschen leiden unter ihrer sexuellen Präferenz, schämen sich und suchen Rat, um die Neigung in den Griff zu bekommen, damit Kinder nicht zu Schaden kommen.»
Um die Bekanntheit weiter zu steigern, lanciert Beforemore einen Podcast. «DIS NO» startete bereits im Herbst 2025 eine Kampagne, die sich an Konsumenten von kinderpornografischem Material richtet.
Die beiden Fachstellen bieten anonyme und kostenlose Beratung an, um sexuellen Kindesmissbrauch zu verhindern. Ihr Angebot wird unter anderem vom Bundesamt für Sozialversicherungen (BSV) finanziell unterstützt.






