Russland erwartet die Betriebserlaubnis für Nord Stream 2 in den nächsten sechs Monaten. Die Ostsee-Gaspipeline ist umstritten.
Nord Stream 2
An der Empfangsstation der Ostseepipeline «Nord Stream 2» in Lubmin wird ein einhundert Tonnen schweres Absperrventil auf sein Fundament gesetzt. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Nord Stream 2 soll Gas unter Umgehung der Ukraine von Russland nach Deutschland bringen.
  • Russland rechnet jetzt mit einer Betriebserlaubnis in den nächsten sechs Monaten.
  • Die Pipeline wurde bereits vor Wochen fertiggestellt.

Russland rechnet mit einer Betriebserlaubnis für die umstrittene Gaspipeline Nord Stream 2 in den nächsten sechs Monaten. Das Verfahren zur Zertifizierung der Röhren sollte gemäss den ihm bekannten Fristen in der ersten Jahreshälfte abgeschlossen sein, sagte der für Energiefragen zuständige russische Vize-Regierungschef Alexander Nowak am Mittwoch der russischen Zeitung «RBK».

«Wenn unsere Kollegen daran interessiert sind und die Zertifizierung schneller abschliessen, können die Lieferungen viel früher beginnen,» sagte Nowak.

Pipeline seit einigen Wochen fertig

«Wir glauben, dass dieses Projekt nicht zum Scheitern gebracht werden kann.» Es sei in Übereinstimmung mit allen gesetzlichen Anforderungen gebaut worden. «Es gab viele Widerstände, aber die Karawane zieht trotzdem weiter.»

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Die Gaspipeline Nordstream 2. Foto: Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dpa - dpa-infocom GmbH

Nord Stream 2 soll unter Umgehung der Ukraine Gas von Russland nach Deutschland bringen. Die Ostsee-Pipeline wurde bereits vor Wochen fertiggestellt, ist aber noch nicht in Betrieb. Darüber entscheidet die Deutsche Bundesnetzagentur. Der russische Gasriese Gazprom wollte bis Jahresende den zweiten Strang vollständig mit technischem Gas füllen, um den Betrieb dann starten zu können.

Das Projekt ist umstritten. Die US-Regierung kritisiert, Europa mache sich dadurch bei der Energieversorgung zu stark von Russland abhängig. Die finanzschwache Ukraine ist dringend auf die Milliardeneinnahmen aus den Durchleitungsgebühren für den Gastransit angewiesen und befürchtet nun hohe Verluste.

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