Reicher Norden Italiens stimmt ab
Autonomiebestrebungen einzelner Regionen werden in Europa im Licht der Katalonien-Krise mit Sorge gesehen. In Italien stimmen zwei der reichsten Regionen über mehr eigene Kompetenzen ab.
Im Schatten der Katalonien-Krise haben in Italien die Menschen in den wirtschaftstarken Regionen Lombardei und Venetien über mehr Autonomie von der Regierung in Rom abgestimmt. Zu den Referenden am Sonntag in zwei der reichsten Gegenden des Landes waren rund zehn Millionen Menschen aufgerufen. Sie sollten entscheiden, ob ihre Regionalregierungen mehr Kompetenzen bekommen - vor allem, um das hier erwirtschaftete Geld in der Region halten. Im Gegensatz zu der spanischen Region Katalonien geht es nicht um die Unabhängigkeit.
Die Referenden sind rechtlich nicht bindend. Sie sollen vielmehr den jeweiligen Regionalvertretern mehr Gewicht in Verhandlungen mit der Regierung in Rom geben. Im Lichte der Katalonien-Krise, in der sich die reiche spanische Region von der Zentralregierung in Madrid lossagen will, werden auch die Abstimmungen in Italien mit Spannung verfolgt.
Resultate für morgen erwartet
Die Wahllokale sind bis 23 Uhr geöffnet, Ergebnisse werden in der Nacht zu Montag erwartet. Entscheidend wird die Wahlbeteiligung sein. Während in Venetien ein Hürde von 50 Prozent übersprungen werden muss, gilt in der Lombardei mit der Wirtschaftsmetropole Mailand kein solches Quorum. Der Präsident der Region, Roberto Maroni, hofft auf eine Wahlbeteiligung von mehr als 34 Prozent. «Ich hoffe, dass die Bürger in der Lombardei und in Venetien verstehen, dass dies eine historische und ausserordentliche Gelegenheit ist», sagte Maroni.
Am Mittag lag die Wahlbeteiligung in der Lombardei bei knapp elf Prozent und in Venetien bei rund 21 Prozent.

Das Wichtigste in Kürze
- Italien stimmen zwei der reichsten Regionen über mehr eigene Kompetenzen ab.
- Am Mittag lag die Wahlbeteiligung in der Lombardei bei knapp elf Prozent, in Venetien bei rund 21.










