Regierungstruppen erobern grösstes Krankenhaus von Hodeida (YEM)

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    Jemen,

    Bei den Kämpfen um die jemenitische Hafenstadt Hodeida haben die Regierungstruppen nach eigenen Angaben das grösste Krankenhaus der Stadt erobert.

    Ein Fischer paddelt sein Boat an zerstörten Gebäuden der Hafenstadt Hodeida (YEM) vorbei.
    Die Offensive zur Rückeroberung des Hafens Hodeidas (YEM) ist in den kommenden Tagen zu erwarten. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Das grösste Krankenhaus in Hodeida (YEM) ist wieder in Regierungshand.
    • Zuvor sollen es Huthi-Rebellen zu Militärzwecken missbraucht haben.

    Wie jemenitische Militärvertreter heute Samstag mitteilten, übernahmen Regierungstruppen am Freitagabend die Kontrolle über das Krankenhaus des 22. Mai, das im Osten der strategisch wichtigen Stadt Hodeida am Roten Meer liegt.

    Im Jemen herrscht seit 2014 ein Krieg zwischen den vom Iran unterstützten schiitischen Huthi-Rebellen und den vom sunnitischen Saudi-Arabien und anderen arabischen Staaten unterstützten Truppen von Präsident Abd Rabbo Mansur Hadi. Nach UN-Angaben wurden bereits rund 10'000 Menschen getötet, unter ihnen tausende Zivilisten. Nach Angaben von Medizinern wurden in Hodeida allein zwischen Donnerstag und Freitag mehr als 130 Kämpfer getötet.

    Am Donnerstag waren die von Luftangriffen der arabischen Militärkoalition unterstützten Regierungstruppen erstmals ins Stadtgebiet von Hodeida vorgedrungen. Am Freitag bewegten sie sich in Richtung des Hafens vor. Die Offensive zur Rückeroberung des Hafens, in dem die meisten Importe und internationalen Hilfslieferungen für den Jemen umgeschlagen werden, ist nach Einschätzung von Beobachtern in den kommenden Tagen zu erwarten.

    Huthi missbrauchten Krankenhaus für Millitär

    Am Donnerstag hatte die Menschenrechtsorganisation Amnesty International den Huthi-Rebellen vorgeworfen, das Krankenhauses des 22. Mai für militärische Zwecke zu missbrauchen und Scharfschützen auf dem Dach zu positionieren. Am Mittwoch hatte ein Krankenhausvertreter der Nachrichtenagentur AFP gesagt, das Krankenhauspersonal habe die Klinik verlassen müssen. In dem Krankenhaus befanden sich nach Angaben von Amnesty zahlreiche verletzte Zivilisten, die nicht fliehen konnten.

    Die Militärkoalition hatte die Offensive auf die Hafenstadt zunächst im Juni gestartet, im Juli aber zugunsten der Friedensbemühungen der UNO unterbrochen. Nachdem der Vermittlungsversuch im September gescheitert war, kündigte die Koalition die Fortsetzung der Offensive an.

    Die Vereinten Nationen hatten im Oktober gewarnt, dass im Jemen 14 Millionen Menschen vom Hunger bedroht seien, fast die Hälfte der Bevölkerung. Die UNO spricht von der schwersten humanitären Krise weltweit. Am Freitag kündigte das Welternährungsprogramm an, seine Lebensmittelhilfen verdoppeln zu wollen.

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