Rattengift in Hipp-Babykost: Internationale Fahndung

Keystone-SDA
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Bern,

Die Polizei fahndet in Österreich, Tschechien und der Slowakei nach einem möglichen Erpresser, der Hipp-Babynahrung vergiftet hat. Deutschland ist laut Polizeipräsidium Oberbayern Nord nicht betroffen, doch ermittelt auch hierzulande die Kripo Ingolstadt.

Hipp-Babykostgläschen stehen auf einem Tisch. Hipp hat sein gesamtes Babykostgläschen-Sortiment bei Spar Österreich zurückgerufen. Foto: Tobias Steinmaurer/APA/dpa
Hipp-Babykostgläschen stehen auf einem Tisch. Hipp hat sein gesamtes Babykostgläschen-Sortiment bei Spar Österreich zurückgerufen. Foto: Tobias Steinmaurer/APA/dpa - Keystone/APA/Tobias Steinmaurer

Insbesondere die österreichische Polizei sucht mit Hochdruck nach einem zweiten mit Rattengift verseuchten Glas «Karotten mit Kartoffeln» 190 Gramm, das wie ein bereits am Samstag entdecktes Glas im Burgenland südöstlich von Wien in Umlauf gebracht worden sein soll. Nach österreichischen Angaben wird das im bayerischen Pfaffenhofen an der Ilm gegründete Familienunternehmen erpresst. Das Ingolstädter Polizeipräsidium bestätigte das jedoch nicht.

Die österreichische Polizei rief Eltern von Kleinkindern auf, zu überprüfen, ob sie womöglich ein manipuliertes Glas im Schrank haben. Zu erkennen sind manipulierte Gläser demnach daran, dass der Deckel beschädigt und der beim Öffnen übliche Plopp-Laut nicht zu hören sei. Zudem sollen die manipulierten Gläser einen weissen Aufkleber mit rotem Ring am Glasboden haben.

Produkte und Vertriebswege in Deutschland oder anderen europäischen Ländern, die nicht Bestandteil der Ermittlungen sind, seien nicht betroffen, sagte Hipp-Sprecher Clemens Preysing der Deutschen Presse-Agentur.

Er bestätigte, dass ausser in Österreich mit Rattengift verseuchte manipulierte Gläschen auch in Tschechien und der Slowakei aufgetaucht seien. Die Handelspartner in Tschechien und der Slowakei hätten vorsorglich alle Hipp-Gläschen aus dem Verkauf genommen, sagte der Hipp-Sprecher. Er sprach von einem «einen externen kriminellen Eingriff.» «Der Vorfall steht in keinem Zusammenhang mit Produktqualität oder Herstellung», betonte er.

Laut bayerischer Polizei wird in Österreich in zwei Bundesländern gesucht: Neben dem Burgenland auch in Oberösterreich. Die Ingolstädter Kripo führt und koordiniert demnach Ermittlungen und steht in engem Kontakt mit dem Unternehmen, wie eine Sprecherin des Polizeipräsidiums in Ingolstadt sagte. Weitere Einzelheiten nannte sie aus ermittlungstaktischen Gründen nicht.

«Wichtig ist, dass man das Glas findet und es aus dem Verkehr zieht», sagte der österreichische Polizeisprecher Helmut Marban der dpa. «Es spricht viel dafür, dass es nur dieses zweite Glas gibt.» Dies erschliesse sich aus kriminaltaktischen Quellen. Weitere Einzelheiten wollte er nicht nennen. «Jedes weitere Detail, das man nennt, könnte die Ermittlungen gefährden.» Trotzdem seien weitere Manipulationen nie auszuschliessen.

Hinweise auf die manipulierten Gläschen kamen nach seinen Angaben aus Deutschland. In Südmähren in Tschechien hat die Staatsanwaltschaft Brünn Ermittlungen aufgenommen, wie ein dortiger Polizeisprecher sagte. Man schätze die Gefahrensituation in Tschechien aber als «nicht sehr hoch» ein.

Die Firma hatte in Österreich am späten Freitag alle Produkte aus den Spar-Supermärkten zurückgerufen. Sie warnte: «Der Verzehr eines solchen Gläschens kann lebensgefährlich sein.» Am Nachmittag hatte ein Kunde dann ein verdächtiges Gläschen abgeliefert, das noch nicht benutzt worden war. Es war in der Ortschaft Schützen am Gebirge (Bezirk Eisenstadt-Umgebung) aufgetaucht. Bei einer Analyse wurde darin Rattengift nachgewiesen.

Die österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (Ages) sprach von einem Erpressungsversuch. Nach Angaben von Ages können Wirkstoffe in Rattengiften zu einer verminderten Gerinnungsfähigkeit des Blutes führen. Mögliche Folge sind Zahnfleischbluten, Nasenbluten, blaue Flecken oder Blut im Stuhl. Sollten Eltern solche Symptome bei ihren Kindern feststellen, die Hipp-Nahrung gegessen hatten, sollten sie unbedingt eine Ärztin oder einen Arzt aufsuchen.

Das Unternehmen hatte seine Ursprünge vor mehr als 120 Jahren in Pfaffenhofen. Sitz der Hipp Holding AG ist heute in Sachseln im Schweizer Kanton Obwalden.

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Kommentare

User #4301 (nicht angemeldet)

Dies ist nicht das 1. Mal in Österreich - wie ich um 2008 in Österreich gewohnt habe, hat es auch schon einen solchen Vorfall nähe Krems gegeben.

User #2566 (nicht angemeldet)

Profit um jeden Preis Unsere Elite ist bereit über die Leichen zu gehen nur damit sie ein paar Milliarden mehr auf dem Konto haben. Mit Wahlkampf Spenden smieren sie die Politiker damit sie schweigen. Traurig aber so Wahr. Warum werden die Spender verheimlicht?

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