Vor rund zwei Wochen ereignete sich in Indien eine schwere Sturzflut. Nebst den 68 gefundenen Leichen wurden nun auch die 136 Vermisste für tot erklärt.
Gletscherabbruch und Sturzflut in Indien
09.02.2021, Indien, Tapovan: Luftaufnahme des im Bau befindlichen Wasserkraftwerksprojekts zwei Tage nach dem Abbruch eines Teils des Nanda-Devi-Gletschers, der das dahinter eingeschlossene Wasser in Tapovan im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand, freisetzt. - dpa
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Das Wichtigste in Kürze

  • Am 7. Februar brach ein riesiger Gletscher von einem Berg ab und stürzte in einen Fluss.
  • Die Behörden gehen nun von insgesamt 204 Toten aus.

Bei der schweren Sturzflut in Indien vor mehr als zwei Wochen gehen die Behörden von insgesamt 204 Toten aus. Neben den 68 gefundenen Leichen werden 136 Vermisste für tot erklärt, wie die Behörden am Dienstag mitteilten. Dieser Prozess soll demnach rund einen Monat dauern. Am 7. Februar war ein riesiger Gletscher von einem Berg abgebrochen und in einen Fluss gestürzt.

Das Unglück ereignete sich auf gut 2000 Metern Höhe im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand. Dies löste eine Sturzflut aus, deren Schlamm- und Wassermassen zwei Elektrizitätswerke, Brücken, Strassen sowie Häuser beschädigten. Opfer wurden weggewaschen oder von Trümmern begraben. Rund 35 Mitarbeiter eines Elektrizitätswerkes wurden in einem Tunnel eingeschlossen

Todeszertifikate bei Vermissten sonst erst nach sieben Jahren

Normalerweise werden Menschen, die nach einer Naturkatastrophe in Indien vermisst werden, erst nach sieben Jahren für tot erklärt, wie ein hochrangiger Mitarbeiter des Katastrophenschutzes des betroffenen Bundesstaates Uttarakhand sagte. Sie hätten sich aber bei dieser besonders schlimmen Tragödie entschieden, früher Todeszertifikate auszustellen, um den Prozess der Entschädigungen der Familien der Opfer zu beschleunigen.

Gletscherabbruch und Sturzflut in Indien
10.02.2021, Indien, Tapovan: Ein Angehöriger einer vermissten Person sieht sich die Überreste des Tapovan-Wasserkraftwerks an, das weggeschwemmt wurde, nachdem ein Teil eines Himalaya-Gletschers abgebrochen war und eine verheerende Flut flussabwärts in die Region Tapovan im nördlichen Bundesstaat Uttarakhand schickte. - dpa

Dies helfe den Angehörigen bei rechtlichen Angelegenheiten im Zusammenhang mit den Opfern. Die Suche nach Vermissten solle dennoch weitergehen, obwohl die Chance Lebende zu finden, sehr gering sei.

Einige indische Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Sturzflut mit dem Klimawandel und Gletscherschmelzen sowie der raschen Entwicklung der Region zusammenhängen könnten. So hat der Bau von breiteren Strassen und Kraftwerken die Region womöglich gefährdeter gemacht. In der hügeligen Landschaft gibt es immer wieder Unglücke.

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