Museum «Haus des Terrors» in Budapest vorübergehend geschlossen
Das auch bei Touristen populäre Budapester Museum «Haus des Terrors» ist vorübergehend geschlossen worden. Die Amtszeit der Museumsdirektorin Mária Schmidt ist ebenfalls mit dem heutigen Tag beendet worden. Schmidt gilt als «Haushistorikerin» der früheren ungarischen Regierung von Viktor Orbán.

Das Haus werde erst nach einer umfassenden inhaltlichen und rechtlichen Überprüfung, nach Regelung ungeklärter Urheberrechts- und Rechtsfragen erneut eröffnet. Das gab der ungarische Minister für gesellschaftliche Beziehungen und Kultur, Zoltán Tarr, am Dienstag bekannt. Es sei noch in diesem Jahr mit einer Neueröffnung des seit 2002 bestehenden Museums zu rechnen.
Bereits Ende August war die Betreiberstiftung für die Erforschung der Geschichte und Gesellschaft Mittel- und Osteuropas durch das Parlament aufgelöst worden. Über diese Stiftung hatte Schmidt das «Haus des Terrors» und die angeschlossenen Netzwerke seit 2002 geleitet. Alle anstehenden Aufgaben wurden von der staatlichen Vermögensverwaltungsgesellschaft für Kultur übernommen.
Schmidt gilt als langjährige treue Unterstützerin der Politik des rechtsnationalen Ex-Premiers Viktor Orbán. Ihre Nähe zur Regierung sicherte der Historikerin, die zudem milliardenschwere Unternehmerin ist, wirtschaftlichen und medialen Einfluss. Sie wurde auch als Hauptideologin von Fidesz bezeichnet. Dabei gab es zugleich Vorwürfe, Stiftungen von Schmidt hätten Steuergelder missbräuchlich verwendet.
Das «Haus des Terrors» war im Februar 2002, in der ersten Amtszeit von Orbán, eröffnet worden, wobei Schmidt an die Spitze des Museums ernannt wurde. Das Museum erinnert an die Opfer des Faschismus und Kommunismus und zeigt die Schrecken dieser Regime.
Das Gebäude auf dem Prachtboulevard Andrássy-Strasse diente während des Zweiten Weltkrieges als Hauptquartier der ungarischen faschistischen Pfeilkreuzler und nach Kriegsende als Foltergefängnis des kommunistischen Geheimdienstes ÁVH.
Die im April abgewählte Fidesz-Partei dankte Schmidt in einer Mitteilung für ihre Tätigkeit. Zwischen 2002 und 2026 hätten acht Millionen Gäste aus dem In- und Ausland das «Haus des Terrors» besucht. Vertreter aus dem ehemaligen Regierungslager protestieren und kritisierten die Entlassung, die sie als einen «Akt der politischen Rache» der Regierung von Premier Péter Magyar bezeichneten.










