Mindestens 44 Tote bei blutigstem Tag seit Putsch in Myanmar

    AFP
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    Myanmar,

    Die Zahl der Getöteten bei den jüngsten Protesten gegen den Militärputsch in Myanmar ist auf mindestens 44 gestiegen.

    Demonstranten in Yangon
    Demonstranten in Yangon - AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Anhörung von De-facto-Regierungschefin Suu Kyi erwartet.

    Die Hilfsorganisation für politische Gefangene (AAPP) teilte am Montag mit, dass nach den Demonstrationen am Sonntag sechs weitere Todesfälle bestätigt worden seien. Zuvor waren 38 Tote gemeldet worden. Damit war der Sonntag der bislang blutigste Tag seit Beginn der Proteste, bei denen laut AAPP mehr als 120 Menschen starben. Die entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi sollte am Montag vor Gericht erscheinen.

    Seit der Machtübernahme des Militärs gehen die Menschen in Myanmar jeden Tag zu Zehntausenden auf die Strasse. Die Sicherheitskräfte gehen mit Tränengas, Gummigeschossen und scharfer Munition gegen die Demonstranten vor. Am Sonntag wurden mehrere chinesische Textilfabriken in der Handelsmetropole Yangon angezündet. Viele Demonstranten vermuten, dass China die Militärjunta unterstützt.

    Am Montag verhängte die Militärführung das Kriegsrecht über vier weitere Stadtteile Yangons. Seit Sonntag galt dies bereits für zwei Stadtviertel der Metropole. Das mobile Internet war zwischenzeitlich abgeschaltet. Das Kriegsrecht ermöglicht unter anderem Verfahren gegen Festgenommene vor Militärgerichten. Den Beschuldigten drohen jahrelange Haftstrafen und Zwangsarbeit bis hin zu Todesstrafen.

    Die von der Militärjunta entmachtete De-facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi sollte am Montagmorgen vor Gericht erscheinen. Nach Angaben ihres Anwalts, Khin Maung Zaw, verzögerte sich der Beginn der Anhörung jedoch. Er beklagte zudem, dass er seine Mandantin, die kurz nach dem Putsch am 1. Februar festgenommen wurde, bisher nicht habe treffen können.

    Die Militärführung wirft der 75-Jährigen vor, illegal Gold sowie 600.000 Dollar angenommen zu haben. Ihr Anwalt hatte die Vorwürfe zurückgewiesen und von einer «Schmutzkampagne» gesprochen. Das Militär beschuldigt Suu Kyi zudem noch weiterer Vergehen, darunter Verstösse gegen Importbestimmungen und «Anstiftung zum Aufruhr».

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