Mehr als 50 tote Migranten befürchtet

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    Libyen,

    Mehr als 50 Migranten sind vermutlich innerhalb weniger Tage im Mittelmeer ertrunken. 31 Leichen seien am Samstag vor der Küste Libyens geborgen worden.

    Flüchtlinge auf Boot
    Das Mittelmeer wird mittlerweile als «tödlichste Grenze» weltweit bezeichnet. - Keystone

    Am Samstag seien östlich der libyschen Hauptstadt Tripolis mehrere im Wasser treibende Leichen entdeckt worden, sagte ein Sprecher der libyschen Marine Ansa. 60 Menschen seien gerettet worden. Einen anderen Schiffbruch überlebten demnach 140 Migranten. Die Geretteten wurden nach Libyen zurückgebracht. Auch die Leichen wurden dorthin überführt. Von der libyschen Küstenwache selbst war zunächst keine Stellungnahme zu erhalten.

    Seit Mittwoch mehr als 1100 Menschen gerettet

    Seit Mittwoch waren der italienischen Küstenwache und Hilfsorganisationen zufolge mehr als 1100 Menschen gerettet worden. «Die Menschen, die mit der jüngsten Welle angekommen sind, befinden sich in einem sehr schlechtem Zustand», sagte der UNHCR-Sprecher. Viele Migranten, die sich monatelang bis zu eineinhalb Jahre in libyschen Haftzentren befunden hätten, seien dehydriert und wiesen Spuren von Folter und Gewalt auf.

    Das Wichtigste in Kürze

    • Mehr als 50 Migranten sind vermutlich innerhalb weniger Tage im Mittelmeer ertrunken.
    • Hilfsorganisationen beklagen unterdessen eine zunehmende Behinderung bei der Suche nach schiffbrüchigen Flüchtlingen auf hoher See.

    Am Samstag sind 31 Leichen vor der Küste Libyens geborgen worden. Dies berichtete die Nachrichtenagentur Ansa unter Berufung auf die libysche Marine. Etwa 20 Migranten seien ertrunken, als sie in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag von einem überfüllten Schlauchboot ins Wasser gefallen seien, sagte ein Sprecher des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR der Deutschen Presse-Agentur am Samstag in Rom.

    Die Vereinten Nationen hatten erst kürzlich ein dramatisches Bild von den Zuständen in den Haftzentren in dem Bürgerkriegsland gezeichnet. In der Folge hatten sie die EU-Hilfen für die libysche Küstenwache zum Abfangen von Flüchtlingen und Migranten im Mittelmeer scharf kritisiert. Nach libyschen Angaben befinden sich in den Lagern derzeit 19'900 Menschen. Im September waren es erst 7000.

    «Herbst der Schiffbrüche»

    Hilfsorganisationen beklagen unterdessen eine zunehmende Behinderung bei der Suche nach schiffbrüchigen Flüchtlingen auf hoher See. Am Samstag wurde das Rettungsschiff «Aquarius» aber zu einem Holzboot in Seenot geschickt und habe mehr als 400 Menschen gerettet, wie die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen mitteilte. Die NGO hatte vor einem «Herbst der Schiffbrüche» gewarnt.

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