Medien und KI: Welche Strategie - verklagen, regeln, nutzen?

    Keystone-SDA
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    Deutschland,

    Der Chefredakteur der «Zeit», Jochen Wegner, hat sich für ein konsequentes juristisches Vorgehen gegen KI-Unternehmen ausgesprochen, die journalistische Inhalte ohne Erlaubnis nutzen.

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    Die Zeit. - keystone

    «Wir müssen alle KI-Anbieter für ihren Datendiebstahl verklagen», sagte Wegner bei den Medientagen München. Er betonte zugleich: «Das ist aber kein Geschäftsmodell.» Die Medienbranche dürfe sich nicht allein auf rechtliche Schritte und Regulierung verlassen, sondern müsse auch die Chancen neuer Technologien nutzen.

    Die «Zeit» setzt auf eine Mischung aus Abwehr und Zusammenarbeit. Einerseits versuche das deutsche Medienhaus, unerlaubte Zugriffe von KI-Anbietern auf ihre Inhalte technisch zu verhindern. Andererseits arbeite die «Zeit» in einem Pilotprojekt mit Google zusammen. Der Konzern dürfe gegen Bezahlung eine begrenzte Auswahl von Artikeln für KI-Anwendungen nutzen, sagte Wegner. Dabei sei genau festgelegt, wofür die Texte verwendet werden dürfen und wofür nicht.

    Wegner rechnet damit, dass sich daraus künftig neue Geschäftsmodelle entwickeln könnten. Denkbar seien etwa Abonnements, mit denen Nutzer über einen KI-Assistenten direkt auf die Inhalte verschiedener Medien zugreifen könnten. Voraussetzung seien klare Regeln und eine angemessene Bezahlung.

    Welche Möglichkeiten neue Technologien für Medienunternehmen bieten, zeigt sich Wegner zufolge auch bei der Verbreitung journalistischer Inhalte. Die «Zeit» habe vor rund zwei Jahren ein eigenes Team für TikTok aufgebaut. Ursprünglich sei es vor allem darum gegangen, jüngere Menschen zu erreichen. Inzwischen profitiere davon auch das Kerngeschäft.

    Entscheidend sei allerdings, eine direkte Beziehung zum Publikum aufzubauen, sagte Wegner. Digitale Abonnements hätten das Geschäftsmodell der «Zeit» in den vergangenen Jahren massgeblich gesichert. Auch Veranstaltungen, bei denen die Zeitung mit ihren Leserinnen und Lesern unmittelbar in Kontakt komme, seien wichtiger geworden. Früher habe er solche Formate vor allem an ihrer vergleichsweise geringen Reichweite gemessen. Das sei ein Denkfehler gewesen.

    Die Intendantin des Bayerischen Rundfunks (BR), Katja Wildermuth, sieht die Stärken journalistischer Medien vor allem in eigenen Recherchen und der Nähe zum Publikum. Automatisierte Kurznachrichten könnten auch andere Anbieter produzieren. Reporter, die vor Ort recherchierten, Zusammenhänge erklärten und Themen über längere Zeit verfolgten, liessen sich dagegen nicht einfach durch KI ersetzen.

    Für die öffentlich-rechtliche ARD sei zudem die regionale Berichterstattung ein wichtiger Vorteil. Gerade dort, wo Menschen die Reporterinnen und Reporter persönlich kennen, entstehe Vertrauen.

    ProSiebenSat.1-Vorstandschef Marco Giordani kritisierte die mangelnde Transparenz der grossen Plattformen. Diese seien für Medienunternehmer zwar ein wichtiger Weg, um ihr Publikum zu erreichen. Problematisch sei aber, dass häufig nicht nachvollziehbar sei, nach welchen Kriterien die Plattformen journalistische Inhalte ausspielten. Die Medienunternehmen müssten sich an hohe Standards bei Transparenz und Verantwortung halten, während die Algorithmen der Plattformen weitgehend undurchsichtig blieben.

    Giordani räumte zugleich ein, dass die Regulierung mit der rasanten Entwicklung des Marktes nur schwer mithalten könne. Medienunternehmen dürften deshalb nicht allein auf neue gesetzliche Vorgaben warten, sondern müssten selbst Lösungen entwickeln.

    Die Medientage München sind mit erwarteten mehr als 5.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines der grössten Branchentreffen im deutschsprachigen Raum. Die dreitägige Konferenz findet in diesem Jahr zum 40. Mal statt.

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    Kommentare

    User #5234 (nicht angemeldet)

    Wenn man eine KI Nation werden will, wie Merz sagt, muss man es natürlich verbieten. Nur so kann man das Monopol garantieren

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