Liste der schlimmsten Krisen: Afghanistan vor Äthiopien und Jemen

    Keystone-SDA
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    USA,

    Nach Einschätzung des International Rescue Committee wurde Afghanistan seit der Eroberung der Taliban zum schlimmsten humanitären Krisenherd.

    Kind in Flüchtlingslager in Afghanistan
    Kind in Flüchtlingslager in Afghanistan - AFP/Archiv

    Das Wichtigste in Kürze

    • Afghanistan ist zum schlimmsten humanitären Krisenherd geworden.
    • Grund dafür ist die Eroberung der Taliban.
    • Auf Platz zwei und drei folgen Äthiopien und der Jemen.

    Nach der Eroberung Afghanistans durch die Taliban ist das Land nach Einschätzung des International Rescue Committee (IRC) zum schlimmsten humanitären Krisenherd geworden. In der am Mittwoch vom IRC veröffentlichten Liste der Konflikte mit besonders schweren Folgen für Zivilisten folgt das von einem Bürgerkrieg zerrissene Äthiopien auf Platz zwei. Der seit Jahren unter einem Bürgerkrieg leidende Jemen kommt auf Platz drei. «Im Jahr 2022 sind 274 Millionen Menschen auf humanitäre Hilfe angewiesen, ein deutlicher Anstieg gegenüber den 235 Millionen 2021, was bereits der höchste Wert seit Jahrzehnten war», teilte die Organisation dazu mit.

    Auf den weiteren Plätzen der zehn schlimmsten humanitären Krisen folgen Nigeria, der Südsudan, der Kongo, Myanmar, Somalia, Syrien und der Sudan.

    Versagen des internationalen Systems

    Verantwortlich für die zusehends wachsende Not wird dabei das Versagen des internationalen Systems gemacht. Während viele Staaten ihren Pflichten gegenüber Schutzsuchenden nicht nachkämen, könne «die Diplomatie Konflikte nicht lösen, das Völkerrecht schützt die Zivilbevölkerung nicht mehr, humanitäre Massnahmen können die immer grösser werdenden Lücken nicht schliessen».

    Ein jemenitisches Flüchtlingskind.
    Die Sterblichkeitsrate bei Kindern im Jemen-Krieg ist laut Hilfsorganisationen hoch. - Keystone

    Die angespannten Lage bezeichnete der IRC-Geschäftsführer in Deutschland, Ralph Achenbach, als «Weckruf» auch für die neue Bundesregierung: «Um die deutsche humanitäre Hilfe und Diplomatie zu stärken, müssen Kanzler (Olaf) Scholz und Aussenministerin (Annalena) Baerbock die ersten 100 Tage im Amt für strategische Weichenstellungen nutzen.» Der Massstab müsse es sein, der Schutzverantwortung als zweitgrösster Geber humanitärer Hilfe und fünftgrösstes Aufnahmeland von Geflüchteten gerecht zu werden.

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