Lindt & Sprüngli – Hohe Preise bremsen das Wachstum
Der Schokoladenhersteller Lindt & Sprüngli senkt seine Umsatzprognose erneut und erwartet 2026 nur noch 0 bis 2 Prozent Wachstum.

Lindt & Sprüngli korrigiert seine Prognose für 2026 zum zweiten Mal nach unten. Das Unternehmen erwartet beim organischen Umsatzwachstum inzwischen lediglich 0 bis 2 Prozent, berichtet die «Finanztrends».
Zuvor hatte das Management noch ein Wachstum zwischen 4 und 6 Prozent angestrebt. Ursprünglich lag die Prognose sogar bei 6 bis 8 Prozent für das laufende Geschäftsjahr, wie das «Manager Magazin» schreibt.
Die schwächere Nachfrage betrifft insbesondere Deutschland, Österreich und die Schweiz. Preissensible Kunden sowie geringere saisonale Bestellungen belasten dort das Geschäft zusätzlich.
Lindt & Sprüngli: Hohe Preise belasten die Nachfrage
Nach Angaben vom «Manager Magazin» haben hohe Kakaopreise den Konzern zu deutlichen Preiserhöhungen gezwungen. Dadurch reagieren Konsumenten zunehmend empfindlich auf die Preise von Schokoladenprodukten.
Auch die extreme Sommerhitze in Europa wirkte sich auf die Nachfrage aus. Laut der «Finanztrends» belasteten insbesondere die Temperaturen der vergangenen Monate das Geschäft.
Trotz der schwächeren Umsatzerwartung hält Lindt & Sprüngli an seinem Margenziel fest. Die operative EBIT-Marge soll 2026 weiterhin um 20 bis 40 Basispunkte gegenüber dem Vorjahr steigen.
Aktie erreicht neues Jahrestief
Die erneute Prognosesenkung belastete auch die Lindt-Aktie deutlich. Am 30. September berichtete «finanzen.ch» von einem Kursrückgang auf ein neues 52-Wochen-Tief bei 80'700 Franken.
Am 1. Oktober notierte die Aktie am Vormittag erneut schwächer. Der Kurs lag um 09:28 Uhr bei 81'700 Franken und damit 0,2 Prozent tiefer.
Seit dem 52-Wochen-Hoch von 132'000 Franken vom 27. Oktober 2025 hat die Aktie deutlich nachgegeben. Für das laufende Jahr wird zudem eine Dividende von 1864 Franken erwartet.
Analysten sehen wachsenden Druck
Die wiederholte Prognosekorrektur wirft auch Fragen zur Verlässlichkeit der bisherigen Unternehmensprognosen auf. Jean-Philippe Bertschy von Vontobel sieht der «Finanztrends» zufolge dadurch einen möglichen Vertrauensverlust beim Management.
Zudem steht die Preissetzungsmacht des Premiumherstellers stärker im Fokus. Hintergrund sind laut dem «Manager Magazin» die Reaktionen der Verbraucher auf die gestiegenen Preise.

Lindt reagiert unter anderem mit kleineren Verpackungsgrössen auf die veränderte Nachfrage. Zusätzlich hat der Konzern einen Einstellungsstopp verhängt.
2027 wieder mit Wachstum erwartet
Für 2027 rechnet Konzernchef Adalbert Lechner wieder mit positivem Wachstum. Als wichtige Massnahmen nennt das «Manager Magazin» eine angepasste Preisstrategie, höhere Markeninvestitionen und Kosteneinsparungen.
Die langfristigen Ziele ab 2028 bleiben bestätigt. Lindt & Sprüngli strebt weiterhin 6 bis 8 Prozent organisches Umsatzwachstum sowie jährliche Verbesserungen der EBIT-Marge an.
Die nächsten wichtigen Zahlen stehen Anfang 2027 an. Der «Finanztrends» zufolge will Lindt & Sprüngli die Nettoumsatzzahlen für 2026 am 19. Januar 2027 veröffentlichen.











