Krawalle bei Räumung von Strassenblockaden in Bolivien
Bei der Räumung von Strassensperren durch die Polizei und das Militär ist es in Bolivien zu Ausschreitungen gekommen. Beamte feuerten Tränengas auf Demonstranten, die rund um den Regierungssitz La Paz Strassen blockierten, wie die Zeitung «El Deber» berichtete. Demonstranten schleuderten demnach Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten und Soldaten.

Seit über drei Wochen halten protestierende Minenarbeiter, Landwirte und Anhänger des ehemaligen Staatschefs Evo Morales die Zufahrtsstrassen nach La Paz besetzt. Dadurch kommt es dort zu Engpässen bei Lebensmitteln, Treibstoff und Dingen des täglichen Bedarfs. Einsatzkräfte räumten nun die Strassensperren, um Last- und Tankwagen die Durchfahrt zu ermöglichen. Kurz darauf errichteten Medienberichten zufolge die Demonstranten wieder neue Strassensperren.
Die Proteste richten sich gegen die steigenden Lebenshaltungskosten und die Wirtschaftspolitik von Präsident Rodrigo Paz, der seit November im Amt ist und damit fast zwei Jahrzehnten linker Regierungen in Bolivien ein Ende setzte. Das südamerikanische Land steckt seit Jahren in einer tiefen Wirtschaftskrise, die immer wieder Proteste auslöst. Er bemühe sich um einen Dialog mit den Protestgruppen, sagte Paz in einem Fernsehinterview. «Aber alles hat seine Grenzen.»










