Wegen Hitze: Diese Mücken verbreiten sich jetzt schneller
Es gibt Mückenarten, die sich bei Hitze besonders gut entwickeln können. Zum Beispiel die bei uns weit verbreitete Gemeine Hausmücke und die Tigermücke.

Das Wichtigste in Kürze
- Gibt es dieses Jahr weniger Mücken wegen der Hitze?
- Nein, sagt die Expertin. Einige Arten entwickeln sich sogar schneller.
- Man kann sich schützen, indem man Brutstätten systematisch entfernt.
Es gibt verschiedene Berichte in den sozialen Medien, dass es diesen Sommer wegen der anhaltenden Hitze weniger Stechmücken gibt. Stimmt das wirklich?
Dies kann man laut Gabi Müller, Leiterin der Meldestelle Nordost des Schweizerischen Mückennetzwerkes, nicht so allgemein sagen. Die Biologin erklärt gegenüber Nau.ch, dass es verschiedene Mückenarten gibt, die sich in unterschiedlichen Lebensräumen wohl fühlen.
Zum Beispiel die Überschwemmungsmücke: Bei dieser Art ist es tatsächlich so, dass es sie in trockenen Sommern weniger gibt. Denn sie braucht starke Regenfälle und Überschwemmungen, um sich zu entwickeln.
Nicht so die Gemeine Hausmücke, die verbreitetste Mücke in der Schweiz, oder die Tigermücke. Diese Arten finden rund ums Haus auch in trockenen Sommern geeignete Brutstätten, sagt Müller. Und: Die hohen Temperaturen beschleunigen ihre Entwicklung.
Wenn es längere Zeit über 25 Grad warm ist, dauert die Entwicklung der Blutsauger viel kürzer als bei kühlen Temperaturen. Bei der Tigermücke zum Beispiel sei das, vom Ei bis zur ausgewachsenen Mücke, weniger als eine Woche.
So schützt man sich
Diese zwei Arten können sich am besten in stehendem Wasser wie zum Beispiel in Spritzkannen oder auch in Strassenschächten entwickeln. Solche Wasseransammlungen sind richtige Mückenbrutstätten.
Um sich vor einer Mückenplage zu schützen, sollte man diese Brutstätten rund ums Haus und auf dem Balkon systematisch entfernen. Zum Beispiel Wasser aus Vogeltränken mindestens einmal pro Tag auf die Erde ausleeren und erneuern.
Die Tigermücke ist eine invasive Art, die auch am Tag sticht und den Aufenthalt im Garten unerträglich machen kann. Deshalb ist es laut Müller wichtig, schwarz-weiss gestreifte Mücken mit Foto auf «muecken-schweiz.ch» zu melden.
In Zukunft könne es immer mehr Mücken geben. In einem Interview bei «MDR Aktuell» spricht der Insektenforscher Matthias Nuss über den Einfluss des Klimawandels auf die Mückenpopulationen. Die Mückensaison beginne früher, da unsere Winter nicht mehr so kalt und lang seien.
Da sich der zeitliche Ablauf von Naturereignissen im Jahr verschiebe, könnten sich Mücken schon früher im Jahr vermehren. Laut Nuss gebe es darum mehr Mückengenerationen. Und mehr Generationen führten langfristig zu einem Anstieg der Population.











