Klinik in Gaza weist Vorwürfe von Ärzten ohne Grenzen zurück
Eines der grössten noch funktionierenden Krankenhäuser im Gazastreifen hat Angaben der Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen (MSF) über die Präsenz Bewaffneter auf dem Klinikgelände zurückgewiesen. MSF hatte mitgeteilt, die Organisation müsse aus diesem Grund ihre nicht dringlichen Aktivitäten im Nasser-Krankenhaus in Chan Junis im Süden des Gazastreifens einstellen.

Mitarbeiter der Organisation und Patienten hätten in den vergangenen Monaten in dem Krankenhaus «bewaffnete Männer, teilweise maskiert, in verschiedenen Bereichen des grossen Krankenhausgeländes gesehen», hiess es in der Mitteilung von MSF.
Mit einem Anstieg seit Beginn der Waffenruhe vor mehr als vier Monaten hätten MSF-Teams in der Klinik «ein Muster inakzeptabler Handlungen festgestellt, darunter die Anwesenheit bewaffneter Personen, Einschüchterungen, willkürliche Festnahmen von Patienten sowie eine kürzlich aufgetretene Situation mit Verdacht auf Waffenbewegungen», hiess es weiter. Diese Vorfälle stellten «ernsthafte Sicherheitsbedrohungen für unsere Teams und Patienten dar».
Das Nasser-Krankenhaus teilte mit, die Vorwürfe seien falsch und gefährdeten die Klinik. Es habe «vereinzelt gewalttätige Aktionen von Einzelpersonen» gegeben. Deshalb sei eine zivile Polizeitruppe eingerichtet worden, um Mitarbeiter und Patienten zu schützen. Es handele sich «nicht um militärische Aktivitäten, sondern um Schutzmassnahmen».
Israel hatte der islamistischen Terrororganisation Hamas während des zweijährigen Kriegs immer wieder vorgeworfen, medizinische Einrichtungen im Gazastreifen, darunter das Nasser-Krankenhaus, für militärische Zwecke zu missbrauchen. Bei einem israelischen Angriff auf das Krankenhaus waren im August vergangenen Jahres rund 20 Menschen getötet worden, darunter nach Krankenhausangaben fünf Journalisten.
Israel will den Einsatz von Ärzte ohne Grenzen im Gazastreifen bis Monatsende unterbinden. Die Organisation hatte sich geweigert, Listen palästinensischer Ortskräfte vorzulegen, wie Israel dies gefordert hatte.










