Westjordanland

    Israel billigt umstrittene Westjordanland-Entscheidung

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Israel,

    Die israelische Regierung hat nach Medienberichten einen höchst umstrittenen Vorschlag gebilligt, der israelischen Siedlern den Erwerb von Land im Westjordanland erleichtern soll. Die Bundesregierung hatte bereits scharfe Kritik an einer entsprechenden vorherigen Entscheidung des israelischen Sicherheitskabinetts geübt. Der Schritt könnte weitreichende Folgen für die palästinensische Bevölkerung im Westjordanland haben.

    Westjordanlan
    Israels Armee hat im besetzten Westjordanland eigenen Angaben zufolge einen Palästinenser erschossen, der Soldaten bei einem Militäreinsatz in der Nacht angegriffen haben soll. (Archivbild) - keystone

    Die Entscheidung, die es israelischen Privatpersonen erlaube, Land im Westjordanland zu kaufen und die Teile der Verwaltung des Westjordanlands an zivile israelische Behörden übertrage, «widerspricht Israels völkerrechtlichen Verpflichtungen», hatte ein Sprecher des Auswärtigen Amts in Berlin zuletzt kritisiert. Sie stelle «einen weiteren Schritt zu einer faktischen Annexion» dar. Israel sei im Westjordanland weiterhin Besatzungsmacht, «und als Besatzungsmacht ist es völkerrechtswidrig, Siedlungen zu bauen», ergänzte der Sprecher des deutschen Aussenministeriums. Auch die Übertragung bestimmter Verwaltungstätigkeiten an zivile israelische Behörden stehe im Widerspruch zum temporären Charakter einer Besatzung.

    Verteidigungsminister Israel Katz sprach nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 von einem «wesentlichen sicherheits- und verwaltungspolitischer Schritt, der darauf abzielt, die volle Kontrolle, Durchsetzungskraft und Handlungsfreiheit des Staates Israel im Gebiet zu gewährleisten».

    Der rechtsextreme Finanzminister Bezalel Smotrich sagte demnach: «Wir setzen die Revolution der Siedlungspolitik und der Kontrolle über alle Teile unseres Landes fort.» Zum ersten Mal seit dem Sechstagekrieg 1967 «bringen wir Ordnung und Regierungsführung in die Verwaltung des Bodens in Judäa und Samaria (Westjordanland) zurück», sagte er laut dem TV-Sender.

    Israel hatte im Sechstagekrieg 1967 unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute inmitten von drei Millionen Palästinensern rund 700.000 israelische Siedler. Die Palästinenser beanspruchen die Gebiete für einen eigenen Staat mit Ost-Jerusalem als Hauptstadt.

    Die israelische Organisation Peace Now teilte als Reaktion auf die neue Entscheidung mit: «Die Regierung hat einen massiven Raub von Land im Westjordanland genehmigt – auf dem Weg zu einer de-facto-Annexion, völlig entgegen dem Willen des Volkes und im Widerspruch zum israelischen Interesse.» Die Organisation kritisierte ferner: «Dies ist eine radikale und verantwortungslose Regierung, die das Völkerrecht, das solche Regelungen verbietet, ignoriert, auf die Kritik befreundeter Staaten pfeift und uns in eine Katastrophe zerrt.»

    Mehr zum Thema:

    Kommentare

    User #3 (nicht angemeldet)

    In Grönland hat es auch noch Platz

    User #4803 (nicht angemeldet)

    "Die" dürfen das!

    Weiterlesen

    jgioj
    48 Interaktionen
    Hass auf USA
    Das sagt Christoph Blocher zur SVP-Bundesratswahl
    2'271 Interaktionen
    Parmelin-Nachfolge

    MEHR IN NEWS

    Villigen AG
    Freiburg
    Freiburg
    Niederlenz AG

    MEHR WESTJORDANLAND

    israel
    Nach Angriff
    Israel
    50 Interaktionen
    Ramallah/Tel Aviv
    19 Interaktionen
    Ramallah/Tel Aviv

    MEHR AUS ISRAEL

    westjordanland
    Tel Aviv
    israel
    23 Interaktionen
    Kurz vor Wahlen
    13 Interaktionen
    Tel Aviv/Berlin
    Iran-Krieg
    20 Interaktionen
    Tel Aviv