KI App bringt in Tokio Hunderte Paare vor den Traualtar
Eine KI App der Stadt Tokio zeigt erste Erfolge bei der Partnersuche. Gleichzeitig soll sie dem Geburtenrückgang in Japan entgegenwirken.

In Tokio hat eine staatliche Dating App mithilfe von KI 265 Eheschliessungen ermöglicht und konkrete Erfolge bei der Partnersuche erzielt. Weitere 760 Paare führen inzwischen eine feste Beziehung, nachdem sie sich über die offizielle Plattform der Stadtverwaltung kennengelernt hatten.
Die Plattform richtet sich ausschliesslich an Menschen mit ernsthaften Heiratsabsichten und unterscheidet sich damit deutlich von klassischen Dating Angeboten. Die KI schlägt passende Partner anhand gemeinsamer Werte und persönlicher Übereinstimmungen vor, um langfristige Beziehungen wahrscheinlicher zu machen.
Das Angebot entstand nach einer Umfrage unter Heiratswilligen in Japan und reagiert auf eine auffällige gesellschaftliche Entwicklung im Land. Wie «ORF» berichtet, suchten rund 70 Prozent trotz Heiratswunsch nicht aktiv nach einem Partner oder einer Partnerin.
KI erleichtert die Partnersuche
Die Stadt setzt bewusst auf verbindliche Regeln statt unverbindlicher Kontakte und möchte dadurch ernsthafte Partnerschaften mit grösserer Erfolgschance fördern. Bewerber müssen ihre Ledigkeit nachweisen, Angaben zum Einkommen machen und zusätzlich ein persönliches Aufnahmegespräch erfolgreich absolvieren.
Für die Nutzung fällt eine Gebühr von rund 60 Euro (ca. 56 Franken) für zwei Jahre inklusive Vermittlungsangeboten an. Zusätzlich begleitet ein erfahrenes Beratungsteam Interessierte während der Partnersuche, während die KI passende Vorschläge für potenzielle Partner erstellt.
Japans Bevölkerung schrumpft seit Jahren wegen niedriger Geburtenzahlen und einer deutlich höheren Zahl an Todesfällen als Geburten. Der «Berliner Kurier» betont, Tokio wolle dieser Entwicklung mit moderner Partnervermittlung und innovativen digitalen Lösungen aktiv entgegenwirken.
Weitere Regionen setzen auf KI
Bis Ende Juni meldeten sich rund 36'000 Menschen für das Angebot an und bekundeten damit ihr Interesse an einer Ehe. Nach der Prüfung aller Unterlagen wurden schliesslich etwa 16'000 Bewerber als offizielle Mitglieder in die Plattform aufgenommen.

Das System bewertet mögliche Übereinstimmungen zwischen zwei Personen in insgesamt drei verschiedenen Stufen und unterstützt dadurch die Partnerauswahl. KI gestützte Vermittlung soll Interessierte zusätzlich ermutigen, persönliche Treffen zu vereinbaren und neue Kontakte mit grösserem Vertrauen einzugehen.
Auch andere Präfekturen nutzen inzwischen vergleichbare Vermittlungssysteme mit künstlicher Intelligenz und bauen ihre digitalen Angebote für Singles weiter aus. «Sumikai» berichtet zudem über ähnliche staatliche Plattformen in Miyagi, Aichi und Toyama sowie deren wachsende Verbreitung.












