Jugendliche nutzen während Lockdown länger digitale Spiele

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    Bolivien,

    Wegen geschlossener Schulen und fehlender Freizeitangebote mussten Kinder und Jugendliche während des Corona-Lockdowns mehr Zeit in den eigenen vier Wänden verbringen. Dabei griffen sie einer Studie zufolge länger zur Spielkonsole. Experten sind alarmiert.

    Kinder und Jugendliche verbrachten in diesem Jahr laut einer Studie mehr Zeit vor der Konsole oder dem PC. Foto: Caroline Seidel/dpa-tmn/Archiv
    Kinder und Jugendliche verbrachten in diesem Jahr laut einer Studie mehr Zeit vor der Konsole oder dem PC. Foto: Caroline Seidel/dpa-tmn/Archiv - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Kinder und Jugendliche haben während des Corona-Lockdowns einer Studie zufolge 75 Prozent mehr Zeit mit digitalen Spielen verbracht.

    Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung zur Mediennutzung der Krankenkasse zusammen mit Forschern des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE).

    Demnach stieg bei Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen 10 und 17 Jahren, die mindestens einmal pro Woche spielen, die Nutzungsdauer von digitalen Spielen auf Tablets, Smartphones, Spielkonsolen oder am PC deutlich an: Während im September vergangenen Jahres die durchschnittliche Spieldauer werktags noch bei 79 Minuten lag, kletterte sie im April - also rund vier Wochen nach Beginn des Corona-Lockdowns - auf 139 Minuten.

    «Unsere Studie zeigt, dass wir dringend ein verlässliches und umfassendes Frühwarnsystem gegen Mediensucht brauchen», sagte DAK-Vorstandschef Andreas Storm der Deutschen Presse-Agentur. Es dürfe nicht länger Zufall sein, Betroffene zu erkennen und ihnen Hilfsangebote zu machen. Neben Kindern wurden in der repräsentativen Untersuchung auch Erziehungsberechtigte in den rund 1200 Familien befragt.

    Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Daniela Ludwig (CSU), sprach angesichts der Zahlen von einem «heftigen Anstieg», der so nicht weitergehen dürfe. «Was wir brauchen, ist eine bessere Medienkompetenz, gerade bei Kindern und jungen Erwachsenen überall in Deutschland. Sie müssen wissen, wie viel noch «OK» ist und ab wann es «zu viel» wird», sagte Ludwig den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

    Dem Nachrichtenportal «The Pioneer» sagte Ludwig: «Das sind Entwicklungen, die quasi danach schreien, mehr über dieses Thema in Familien zu sprechen, bessere Informationen und Präventionsangebote zu entwickeln, mehr Orientierung für alle im digitalen Dschungel anzubieten.»

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