Joghurtladen-Morde: Vier Männer offiziell unschuldig
Mehr als drei Jahrzehnte nach den sogenannten Joghurtladen-Morden von Austin im US-Bundesstaat Texas sind vier früher beschuldigte Männer offiziell für unschuldig erklärt worden. Vier Mädchen im Alter von 13 bis 17 Jahren waren 1991 in einem Joghurt-Geschäft gefesselt, erschossen und der Laden anschliessend in Brand gesetzt worden. Ein Richter sprach den Männern am Mittwoch die sogenannte «tatsächliche Unschuld» zu.

Die Männer waren Ende der 1990er Jahre im Zusammenhang mit dem Mord an den vier Teenagerinnen angeklagt worden. Zwei von ihnen – Robert Springsteen und Michael Scott – wurden verurteilt: Springsteen erhielt die Todesstrafe und sass mehrere Jahre in der Todeszelle, Scott wurde zu lebenslanger Haft verurteilt. Die beiden anderen Männer waren nie rechtskräftig verurteilt worden.
Springsteen und Scott verbrachten letztendlich rund zehn Jahre im Gefängnis. Ihre Verurteilungen stützten sich massgeblich auf Geständnisse, die sie später widerriefen. Berufungsgerichte kippten die Urteile schliesslich wegen Verfahrensfehlern und weil Aussagen unter fragwürdigen Umständen zustande gekommen waren. Zudem ergaben spätere DNA-Tests keine Übereinstimmung mit Spuren vom Tatort. 2009 liess die Staatsanwaltschaft die Anklagen fallen.
Neue forensische Untersuchungen führten die Ermittler Jahre später zu einem anderen Verdächtigen: Robert Eugene Brashers, einem wegen schwerer Gewaltdelikte vorbestraften Mann, der 1999 Suizid beging. Moderne DNA-Analysen und ballistische Untersuchungen brachten ihn mit Spuren vom Tatort in Verbindung. Ermittler sehen ihn als wahrscheinlichen Täter.
Der Mord an den vier Jugendlichen gilt als einer der bekanntesten und tragischsten ungeklärten Kriminalfälle in Texas und hatte die Stadt Austin Anfang der 1990er Jahre tief erschüttert. Mit der formellen Unschuldserklärung ist der jahrzehntelange Justizirrtum juristisch bereinigt. Den Betroffenen steht nun grundsätzlich der Weg für mögliche Entschädigungsansprüche offen.










