Kreml

    Jewgeni Prigoschin könnte sogar Russen-Präsident werden

    Simon Binz
    Simon Binz

    Russland,

    Ein Russland-Experte warnt, dass Jewgeni Prigoschin bald nach Russland zurückkehren und den Posten von Wladimir Putin übernehmen könnte.

    Jewgeni Prigoschin
    Jewgeni Prigoschin könnte laut einem Russland-Kenner sogar Kreml-Chef werden. - Keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Jewgeni Prigoschin hat am Samstag seinen kurzzeitigen Putsch-Versuch abgebrochen.
    • Noch am Abend reiste der Wagner-Chef nach Belarus aus – doch er könnte bald zurück sein.
    • Laut einem Experten dürfe nicht ausgeschlossen werden, dass Prigoschin an die Macht komme.

    Russland hat einige turbulente Tage hinter sich, doch mittlerweile ist der Putsch-Versuch von Jewgeni Prigoschin abgebrochen worden. Der Chef der berüchtigten Söldner-Gruppe Wagner reiste noch am Samstagabend nach Belarus aus.

    Heisst es jetzt im Kreml nach einigen turbulenten Tagen wieder Friede, Freude, Eierkuchen? Im Gegenteil sagt Russland-Experte Michail Chodorkowski (59). Der Ex-Oligarch und Kreml-Gegner warnt nämlich in der «Bild», dass eine Prigoschin-Übernahme der russischen Regierung nicht ausgeschlossen ist.

    Glauben Sie, dass die Tage von Putin als Kreml-Chef gezählt sind?

    «Wladimir Putin ist so angeschlagen wie nie», sagt Chodorkowski. «Der Aufstand von Prigoschin ist ein schwerer Schlag für seine Legitimität. Es ist ein Signal an die Bevölkerung, dass er alt und schwach ist.»

    Gefährlicher Zeitpunkt für Putin

    Besonders gefährlich sei für den Kreml-Chef auch der Zeitpunkt des Putsch-Versuchs. In einem Jahr findet nämlich in Russland die nächste Präsidentschaftswahl statt. «Der erfolgreiche Versuch einer militärischen Meuterei kurz vor dem Jahr der Wiederernennung Putins für eine neue Amtszeit des Präsidenten lässt den Zeitpunkt für einen Regimewechsel ernsthaft näher rücken.»

    Russland-Kenner Chodorkowski ist überzeugt: «Diese Rebellion wird ihn letztendlich die Macht kosten.» Er betont weiter, dass Prigoschin nicht von der politischen Bühne Russlands verschwunden sei. Die Meuterei habe nämlich «ein mögliches Szenario für einen Machtwechsel» aufgezeigt.

    Chodorkowski spricht von einem «unmissverständlichen Signal an die westlichen Eliten»: «Wenn der Westen nicht die demokratische Anti-Kriegs-Opposition unterstützt, könnte man mit Prigoschin im Kreml enden.»

    Sollte der Wagner-Chef tatsächlich dieses Ziel haben, könnte ihn in Russland niemand aufhalten. «Weder die derzeitige Regierung noch die Sicherheitskräfte», sagt Experte Chodorkowski und fügt an: «Diese Strukturen haben sich in den Augen der Bevölkerung und der National-Patrioten diskreditiert.»

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