Japans Alte sterben oft vereinsamt

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    Einsamer Tod, «Kodokushi», ist in Japan ein ernstes Problem. Immer mehr Menschen leben als Folge der Überalterung und veränderter Lebensgewohnheiten allein.

    In Japan schrumpft die Bevölkerung und altert im Rekordtempo.
    In Japan schrumpft die Bevölkerung und altert im Rekordtempo. - kyodo/dpa

    Das Wichtigste in Kürze

    • Viele Senioren in Japan sterben allein und ohne Angehörige.
    • Das entwickelt sich zum Problem, Gemeinden bleiben auf den sterblichen Überresten sitzen.

    Im rasant alternden Japan sterben immer mehr Menschen einen einsamen Tod. Weil sich keine Angehörigen finden, die sich um die Toten kümmern, müssen nicht nur immer mehr Kommunalverwaltungen die Kosten für die Einäscherung übernehmen.

    Auch die Lagerung der Urnen wird zum Problem, weil sie niemand abholt, wie die japanische Zeitung «Asahi Shimbun» unter Berufung auf das Innenministerium berichtete.

    Gemeinden sitzen auf sterblichen Überresten

    Um sich ein genaueres Bild von dem wachsenden Problem zu machen, führte das Ministerium erstmals eine Umfrage durch. Demnach horten Gemeinden die sterblichen Überreste von geschätzt etwa 60'000 Toten – wobei nicht alle der nicht abgeholten Gebeine gezählt würden.

    «Kodokushi» (Einsamer Tod) ist in Japan seit längerem ein ernstes gesellschaftliches Problem. Die Bevölkerung schrumpft und altert im Rekordtempo. Im vergangenen Jahr fiel die Zahl der Geburten erstmals unter die Marke von 800'000 Babys, zugleich stieg die Zahl der Sterbefälle auf das Rekordhoch von rund 1,6 Millionen.

    Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist inzwischen älter als 65 Jahre. Während sich in früheren Zeiten die Jüngeren um die Alten kümmerten, geht der Trend heute zur Kernfamilie. Zugleich leben immer mehr Menschen als Folge der Überalterung und veränderter Lebensgewohnheiten allein. Von diesem Trend sind Millionen Seniorinnen und Senioren betroffen.

    Viele Senioren auch arm

    Prognosen zufolge wird fast ein Fünftel aller japanischen Haushalte 2040 aus alleinstehenden alten Menschen bestehen. Experten rufen zu verstärkter Hilfe für ihre Betreuung auf. So haben Seniorinnen und Senioren mit niedrigen Einkommen oft Probleme, in Sozialwohnungen unterzukommen.

    Laut der erstmaligen Erhebung des Innenministeriums starben zwischen April 2018 und Oktober 2021 fast 106'000 Menschen ohne Angehörige. Etwa die Hälfte sei mittellos gewesen, weswegen die Gemeinden die Bestattungskosten übernehmen mussten. In anderen Fällen verweigerten die Banken die Auszahlung aus Konten der Verstorbenen.

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