Nach internationaler Kritik an Japans Kohlepolitik zeichnet sich in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt ein Umdenken ab.
Kohlekraftwerk in Utah
Kohlekraftwerk in Utah - GETTY IMAGES NORTH AMERICA/AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Japan steht seit geraumer Zeit in der Kritik wegen seiner Kohlepolitik.
  • Jetzt will die Regierung staatliche Exporthilfe für Kohlekraftwerke stoppen.

Nach internationaler Kritik an Japans Kohlepolitik zeichnet sich in der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt ein Umdenken ab. Nach Informationen der japanischen Wirtschaftszeitung «Nihon Keizei Shimbun» vom Montag erwägt die Regierung in Tokio, staatliche Exporthilfen für Kohlekraftwerke zu stoppen.

Mit Blick auf den von der neuen US-Regierung im April geplanten internationalen Online-Gipfel zum Klimaschutz wolle Japan keine niedrigverzinsten Kredite staatlicher Finanzinstitute für den Bau von Kohlekraftwerken im Ausland mehr bereitstellen, hiess es. Dies würde einen bedeutenden Strategiewechsel in Japans bisheriger Exportpolitik darstellen.

Kooperation mit den USA

Ministerpräsident Yoshihide Suga wolle bei seinem Anfang April in Washington geplanten bilateralen Gipfel mit dem neuen US-Präsidenten Joe Biden über eine Kooperation bei der Reduzierung der Treibhausgase sprechen, berichtete das Blatt.

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Yoshihide Suga ist der Premierminister von Japan. Foto: Koji Sasahara/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Biden will die Anstrengungen für den Klimaschutz vorantreiben und mit einem Online-Treffen am 22. und 23. April den internationalen Druck erhöhen, im «Klima-Notstand» zu handeln. Japan wolle bei dieser Gelegenheit nach vorheriger Abstimmung mit anderen Regierungschefs seine Pläne vorstellen, wie das Wirtschaftsblatt unter Berufung auf Regierungsvertreter meldete.

Der Export von Kohlekraftwerken in Entwicklungsländer ist bislang ein wichtiger Pfeiler der japanischen Infrastruktur-Exportpolitik, wofür die Hightechnation international stark kritisiert wurde. US-Präsident Biden hatte andere Staats- und Regierungschefs aufgefordert, das Online-Treffen im April zu nutzen, verstärkte Beiträge zum Klimaschutz darzulegen.

Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Null

Japans Regierungschef Suga hatte im vergangenen Jahr angekündigt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 auf Null reduzieren zu wollen. «Wir müssen unsere Einstellung ändern».

Joe Biden
«Wir haben mit dieser Klimakrise schon zu lange gewartet. Wir können nicht länger warten», sagt der neue US-Präsident Joe Biden. Foto: Evan Vucci/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

Proaktive Massnahmen würden Veränderungen in der Industriestruktur und der Wirtschaft herbeiführen und zu starkem Wirtschaftswachstum führen, so Suga. Zu diesem Zweck werde Japan versuchen, erneubare Energiequellen so weit wie möglich einzuführen.

Die Politik der Kohleverstromung solle umfassend geändert werden. Zugleich werde Japan seine Atompolitik mit besonderem Fokus auf die Sicherheit vorantreiben, um eine stabile Energieversorgung zu gewährleisten.

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