Israels Polizeiminister Ben-Gvir besucht Tempelberg trotz Warnungen

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    Israels neuer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat am Dienstag trotz Warnungen erstmals den Tempelberg in Jerusalem besucht.

    Itamar Ben-Gvir
    ARCHIV - Itamar Ben-Gvir, rechtsextremer Knessetabgeordneter aus Israel. - sda - Keystone/dpa/Ilia Yefimovich

    Das Wichtigste in Kürze

    • Israels neuer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir hat den Tempelberg in Jerusalem besucht.
    • Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatte ihn zuvor davor gewarnt.
    • Die islamistische Palästinenserorganisation droht mit einer neuen schweren Eskalation.

    Trotz Warnungen hat Israels neuer Minister für Nationale Sicherheit, Itamar Ben-Gvir, am Dienstag erstmals seit seinem Amtsantritt den Tempelberg in Jerusalem besucht. Israelischen Medienberichten zufolge kam er am frühen Morgen in Polizeibegleitung zu der heiligen Stätte in der Altstadt.

    Die im Gazastreifen herrschende islamistische Palästinenserorganisation Hamas hatte zuvor vor einen solchen Besuch Ben-Gvirs gewarnt. Zudem drohte sie mit einer neuen schweren Eskalation. Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam.

    tempelberg temple mount
    Der Tempelberg in Jerusalem. (Archivbild) - Keystone

    Sie ist aber auch Juden heilig, weil dort früher zwei jüdische Tempel standen. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, während Israel für die Sicherheit zuständig ist.

    Laut einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden dürfen Juden die Anlage besuchen, dort aber nicht beten. Dagegen gibt es jedoch immer wieder Verstösse. Ben-Gvir hatte diese Vereinbarung als «rassistisch» und Diskriminierung gegen Juden kritisiert. Die Palästinenser werfen Israel vor, es wolle seine Kontrolle der heiligen Stätte ausweiten.

    Besuch gilt als Provokation

    Von palästinensischer Seite wird der Besuch Ben-Gvirs als gezielte Provokation gesehen. Der ehemalige israelische Ministerpräsident Jair Lapid hatte am Montag bei Twitter geschrieben: «Itamar Ben-Gvir darf den Tempelberg nicht besuchen, dies ist eine Provokation, die zu Gewalt führen wird, die Menschenleben gefährden und Menschenleben kosten wird.»

    Itamar Ben-Gvir
    Israels neuer Polizeiminister Itamar Ben-Gvir - keystone

    Der zweite Palästinenseraufstand Intifada hatte im Jahre 2000 nach einem demonstrativen Besuch des damaligen Oppositionsführers Ariel Scharon auf dem Tempelberg begonnen.

    Ben-Gvir von der rechtsextremen Ozma Jehudit war in der Vergangenheit wegen rassistischer Hetze und Unterstützung einer jüdischen Terrororganisation verurteilt worden. Er gilt als politischer Brandstifter, vor allem mit Blick auf die Palästinenser. Er ist Teil der neuen rechts-religiösen Regierung Benjamin Netanjahus, die am Donnerstag in Israel vereidigt worden war.

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