Irans Militär: Werden auf US-Angriff auf Frachter reagieren

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

Iran,

Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter droht Teheran mit Vergeltung – und lehnt weitere Verhandlungen ab.

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Hat Donald Trump die Lage im Nahen Osten noch unter Kontrolle? - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter droht Teheran mit Vergeltung.
  • Die USA verschärfen ihre Seeblockade – bereits 25 Schiffe mussten umkehren.
  • Iran lehnt eine zweite Verhandlungsrunde mit Washington ab.

Die Lage zwischen den USA und Iran spitzt sich weiter dramatisch zu. Nach dem US-Zugriff auf einen iranischen Frachter im Arabischen Meer droht Teheran mit Vergeltung: Man werde «bald reagieren», liess Irans Militär verlauten und sprach von «bewaffneter Seepiraterie».

Das Kriegsschiff «USS Spruance» hatte den Frachter nach stundenlangen Warnungen beschossen und unter Kontrolle gebracht – das Schiff war auf dem Weg nach Bandar Abbas.

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Parallel dazu hat Teheran eine zweite Verhandlungsrunde mit Washington abgelehnt – die US-Forderungen und die anhaltende Seeblockade böten «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».

Wegen den Spannungen rund um die Strasse von Hormus sind auch die Ölpreise erneut deutlich angestiegen.

Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten auf dem Laufenden.

Iran greift laut eigenen Angaben US-Kriegsschiffe an

04.11: Iranische Streitkräfte haben laut der halbamtlichen Nachrichtenagentur Tasnim US-Kriegsschiffe im Golf von Oman mit Drohnen angegriffen. Die Attacke sei eine direkte Vergeltung für das Vorgehen der US-Marine gegen einen iranischen Frachter, der zuvor geentert und unter US-Kontrolle gebracht worden war.

Details zum Ausmass der Angriffe nannte Tasnim nicht: Weder zur Anzahl der eingesetzten Drohnen noch zu möglichen Schäden an den amerikanischen Schiffen gibt es bislang Informationen.

Ölpreise steigen wegen Spannungen in Strasse von Hormus deutlich

02.51: Vor dem Hintergrund neuer Spannungen zwischen den USA und dem Iran kostet Rohöl wieder deutlich mehr. Die Nordseesorte Brent mit Lieferung im Juni ging mit einem Kurs von knapp 97 US-Dollar in die Handelswoche.

Öl Hormsu Iran Krieg
Rohöl kostet wieder deutlich mehr. Zuletzt waren die Spannungen zwischen den USA und dem Iran wieder gestiegen. (Archivbild) - Keystone

Brent war damit über sieben Prozent teurer als noch in der vergangenen Woche. Die US-Sorte WTI legte ähnlich stark zu. Zu Beginn des Krieges Ende Februar lag der Preis für Brent noch bei unter 70 Dollar.

Irans Militär: Werden auf US-Angriff auf Frachter reagieren

02.00: Irans Militär hat den USA nach dem Angriff auf ein iranisches Frachtschiff im Arabischen Meer «bewaffnete Seepiraterie» vorgeworfen. Man werde «bald reagieren», zitierte der regierungstreue Sender Press TV das iranische Hauptquartier Khatam al-Anbiya.

Die US-Marine hatte den iranischen Frachter zuvor angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Strasse von Hormus.

Die USA haben eine Blockade für Schiffe verhängt, die aus iranischen Häfen auslaufen oder diese ansteuern. Laut Centcom wurden bereits 25 Schiffe angewiesen, umzudrehen oder in ihre iranischen Häfen zurückzukehren.

Israelischer Soldat beschädigt Jesus-Figur im Libanon

00.28: Die israelische Armee bestätigt, dass einer ihrer Soldaten im Südlibanon ein christliches Symbol beschädigt hat. Man nehme den Vorfall äusserst ernst, teilte die Armee am Abend auf X mit. Das Verhalten des Soldaten sei in keiner Weise mit den Werten vereinbar, die von Soldaten erwartet würden.

Am Sonntag hatte die Armee ein Foto veröffentlicht, das zeigt, wie ein Mann in israelischer Armeeuniform mit einem Hammer auf eine von einem Holzkreuz gefallene Figur von Jesus Christus einschlägt. Die Armee teilte mit, es sei nach einer ersten Untersuchung festgestellt worden, dass das Bild einen Soldaten im Südlibanon zeige.

US-Militär hat iranisches Frachtschiff geentert

22.50: Die US-Marine hat im Arabischen Meer einen iranischen Frachter angegriffen und unter ihre Kontrolle gebracht. Wie das US-Regionalkommando Centcom mitteilte, war das Schiff auf dem Weg in die iranische Küstenstadt Bandar Abbas in der Strasse von Hormus. Über sechs Stunden hinweg habe das US-Militär Warnungen ausgesprochen, denen die Besatzung jedoch nicht nachkam.

Hormus
Das US-Militär hat in der Strasse von Hormus ein iranisches Frachtschiff geentert. - keystone

Das Kriegsschiff «USS Spruance» forderte die Besatzung daraufhin auf, den Maschinenraum zu räumen, und setzte dann mit mehreren Schüssen den Schiffsantrieb ausser Gefecht, wie Centcom weiter mitteilte. Das Schiff stehe nun unter US-Kontrolle.

Bericht: Iran lehnt zweite Verhandlungsrunde mit USA ab

20.39: Die iranische Führung lehnt laut einem Bericht der Staatsagentur Irna ein zweites Treffen mit US-Vertretern ab. Zur Begründung hiess es am Abend, übertriebene Forderungen der USA, deren ständige Kurswechsel und die fortgesetzte Seeblockade iranischer Häfen böten «keine aussichtsreiche Perspektive für seriöse Verhandlungen».

Ausserdem seien die Berichte über eine zweite Verhandlungsrunde in Pakistan kommende Woche Teil einer amerikanischen Medienkampagne, um mit Schuldzuweisungen noch mehr Druck auf Teheran auszuüben.

Kommentare

User #2229 (nicht angemeldet)

Wenn man den TV-Nachrichten glauben kann, dann mischen sich nun auch die vom Iran unterstützten Huthis wieder ein und versuchen gerade die Meerenge zum Roten Meer im Jemen zu sperren. Dann bleibt den Frachtern nur noch der weite Weg rund um Afrika und den Ägyptern gehen wichtige Einnahmen am Suez-Kanal verloren. Die "Achse des Widerstands" gegen Israel, USA, den Westen weitet seine totbringende Macht immer mehr aus. Trump kann seine Invasionen in Kuba, Panama, Grönland wohl verschieben. Anstatt Israel der Ukraine zu helfen wäre einfacher und billiger gewesen.

User #4226 (nicht angemeldet)

Es läuft beschissen für uns auf der Strasse der Hornochsen.

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