Iran: Mullahs drohen Schiffen bei Hormus-Durchfahrt mit Beschuss

Simon Binz
Simon Binz, Keystone-SDA

Iran,

Iranische Revolutionsgarden drohen, jedes Schiff in der Strasse von Hormus zu beschiessen – mehrere Tanker wurden bereits angegriffen.

Donald Trump
Hat Donald Trump die Lage im Nahen Osten noch unter Kontrolle? - keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Die USA und der Iran befinden sich in einer temporären Waffenruhe.
  • Der Iran hatte die Strasse von Hormus freigegeben, jedoch inzwischen wieder blockiert.
  • Die Verhandlungen zwischen den beiden Ländern gehen derweil offenbar weiter.

Der Krieg zwischen Iran, Israel und den USA hält die Welt weiter in Atem. Seit dem 8. April gilt zwar eine zweiwöchige Waffenruhe zwischen Washington und Teheran, doch an ihrem wichtigsten Schauplatz bleibt die Lage brandgefährlich: In der Strasse von Hormus – der Lebensader des globalen Ölhandels – eskaliert das Geschehen von Stunde zu Stunde.

Wie bewertest du die US-Blockade der Strasse von Hormus?

Mehrere Tanker wurden beschossen, ein Dutzend Schiffe brach die Durchfahrt ab, zwei TUI-Kreuzfahrtschiffe passierten die Meerenge nach Unternehmensangaben «erfolgreich». Gleichzeitig liefern sich Iran und die USA einen harten Schlagabtausch um Hafenblockaden und Durchfahrtsregeln.

Im Ticker von Nau.ch bleibst du über die Lage im Nahen Osten auf dem Laufenden.

Iran: Weiter Differenzen bei Verhandlungen mit den USA

05.05: Bei den Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA bestehen nach Angaben aus Teheran weiter grosse Differenzen. Man habe zwar Fortschritte erzielt, doch gebe es weiterhin eine erhebliche Kluft zwischen den beiden Staaten, erklärte Irans Parlamentspräsident Mohammed Bagher Ghalibaf in einem Interview der staatlichen Nachrichtenagentur Tasnim.

Einige Streitpunkte seien zwar gelöst worden, andere Punkte blieben jedoch ungeklärt. Man sei noch «weit von einer endgültigen Einigung entfernt.» Sein Land kontrolliere den gesamten Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus, sagte Ghalibaf in dem am Morgen im iranischen Staatsfernsehen ausgestrahlten Interview.

Die Entscheidung der USA, eine Blockade zu verhängen, sei töricht und ignorant gewesen, sagte Ghalibaf. «Wenn die Blockade nicht aufgehoben wird, wird der Schiffsverkehr durch die Strasse von Hormus zweifellos eingeschränkt sein», sagte er. Daran bestehe kein Zweifel.

Mullahs drohen allen Schiffen mit Beschuss

04.30: Die Strasse von Hormus wird lebensgefährlich. Am Samstag feuerten iranische Revolutionsgarden nach Angaben der britischen Seehandelsaufsicht UKMTO von Schnellbooten aus auf mindestens einen Tanker – rund 20 Seemeilen nordöstlich des Oman. Kurz darauf folgte die nächste Eskalationsstufe: Jedes Schiff, das die Meerenge passieren will, werde beschossen.

«Jeder Versuch, sich der Strasse von Hormus zu nähern, wird als Kooperation mit dem Feind betrachtet werden», teilten die Revolutionsgarden auf ihrer Website «Sepah News» mit.

Iran-Krieg
Die Lage rund um die Strasse von Hormus bleibt kritisch. - Keystone

Schiffe «jeglicher Art» wurden zudem davor gewarnt, ihre Ankerplätze im Persischen Golf und im Golf von Oman zu verlassen – also die Gewässer, die durch die Meerenge miteinander verbunden sind.

Kreuzfahrtschiff von Revolutionsgarden bedroht

Laut der Sicherheitsfirma Vanguard Tech wurde sogar ein deutsches Kreuzfahrtschiff direkt bedroht: Die Revolutionsgarden hätten den Kapitän der passagierlosen «Mein Schiff 4» laut «Bild» mit den Worten angefunkt: «Wir führen einen Einsatz aus, wir werden schiessen und euch zerstören.»

In der Nähe des Schiffes habe es einen Einschlag gegeben, Schäden wurden aber keine gemeldet. TUI Cruises teilte später mit, dass «Mein Schiff 4» und «Mein Schiff 5» die Meerenge «erfolgreich passiert» hätten.

Hin und Her der vergangenen Tage

Die Drohung ist nur die neueste Wendung im Hin und Her der vergangenen Tage. Am Freitag hatte der Iran die Passage nach eigener Darstellung wieder geöffnet – in der Praxis nur über vom Regime freigegebene Routen.

Iran Revolutionsgarden
Mitglieder der iranischen Revolutionsgarden. (Archivbild) - keystone

Schon am Samstag kassierte Teheran diese Öffnung wieder ein und begründete den Schritt mit der andauernden US-Blockade iranischer Häfen. Die Strasse von Hormus stehe erneut «unter strenger Führung und Kontrolle der Streitkräfte», solange die USA die freie Schifffahrt zum Iran nicht ermöglichten.

Guterres fordert Stopp von Angriffen auf UN-Blauhelme

02.20: Nach dem Tod eines französischen Soldaten der UN-Mission Unifil im Libanon fordert UN-Generalsekretär António Guterres einen Stopp von Angriffen auf Blauhelm-Soldaten.

«Alle Akteure werden dringend aufgefordert, die Einstellung der Feindseligkeiten zu respektieren und das Feuer einzustellen», sagte Guterres laut Mitteilung seines Sprechers Stéphane Dujarric in New York. Solche Angriffe stellten schwerwiegende Verstösse gegen das humanitäre Völkerrecht dar und könnten Kriegsverbrechen gleichkommen.

Hisbollah-Chef sieht Waffenruhe als Erfolg

01.20: Der Chef der Hisbollah-Terroristen sieht die zwischen Israel und dem Libanon vereinbarte Waffenruhe als Erfolg. Die Feuerpause wäre nicht ohne den Kampf seiner Miliz im Südlibanon erreicht worden, sagte Naim Kassim laut einer am Abend veröffentlichten Mitteilung.

Eine Waffenruhe bedeute die vollständige Einstellung aller Feindseligkeiten, sagte der Hisbollah-Chef laut Mitteilung. Da man dem Feind aber nicht traue, würden die Kämpfer seiner Miliz mit den Händen am Abzug im Einsatz bleiben und auf Verstösse entsprechend reagieren, hiess es.

Kassim
Hisbollah-Chef Naim Kassim. - keystone

Als nächste Schritte – mit Blick auf einen dauerhaften Frieden – führte Kassim die Einstellung der Angriffe seitens Israels und einen Abzug von dessen Truppen aus dem Libanon an. Kassim zufolge sei die Hisbollah «vollständig bereit zur Zusammenarbeit mit den libanesischen Behörden in einem neuen Kapitel, das auf der Verwirklichung der libanesischen Souveränität beruht.»

Mehr zum Thema:

Kommentare

User #3975 (nicht angemeldet)

Trumpel behauptet das Gegenteil.

User #3725 (nicht angemeldet)

Trump: Iran kann uns nicht mit Strasse von Hormus erpressen, tut sie aber und zwar die ganze Welt!

Weiterlesen

Hormus
5 Interaktionen
Iran
Donald Trump Iran-Krieg
225 Interaktionen
«Läuft sehr gut»

MEHR IN NEWS

Kirchberg/Wismar
Dr. Sarah Schläppi
1 Interaktionen
Sarah hat Recht
Gastbeitrag Lars Guggisberg Porträtfoto
5 Interaktionen
«Es reicht!»
Open-Air in Seftigen.
«Bärndütsch»-Serie

MEHR AUS IRAN

Strasse von Hormus Blockade
94 Interaktionen
Wenige Stunden offen
2 Interaktionen
Teheran
17 Interaktionen
Teheran