Hinrichtung

    Iran: Hinrichtung von Erfan Soltani (26) aufgeschoben

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA, Sina Barnert

    Iran,

    Irans Aussenminister beteuert, keine Demonstranten hinzurichten. Auch die Hinrichtung von Ladenbesitzer Erfan Soltani (26) wurde offenbar aufgeschoben.

    Erfan Soltani Iran
    Iran plane keine Hinrichtungen, so Aussenminister Abbas Araghtschi. Auch Erfan Soltanis Hinrichtungsbefehl wurde aufgeschoben. - X / @AlinejadMasih / keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der iranische Aussenminister sagt, es gebe wegen der Massenproteste keine Hinrichtungen.
    • Auch die Hinrichtung von Ladenbesitzer Erfan Soltani (26) wurde offenbar aufgeschoben.
    • Donald Trump hatte zuvor für jenen Fall Konsequenzen angedroht.

    Der Iran plant nach Angaben von Aussenminister Abbas Araghtschi infolge der Massenproteste keine Hinrichtungen.

    Es gebe überhaupt keinen Plan, Menschen zu erhängen, sagte Araghtschi in einem Interview des US-Senders Fox News.

    In der Islamischen Republik Iran werden Todesurteile in der Regel durch Hinrichtungen am Galgen vollstreckt.

    Donald Trump: «Wir werden sehr hart reagieren»

    US-Präsident Donald Trump hatte dem Iran zuvor für den Fall, dass festgenommene Demonstranten hingerichtet werden, mit einer entschlossenen Reaktion gedroht.

    «Wir werden sehr hart reagieren», sagte er am Dienstag dem Sender CBS News. Trump machte keine genaueren Angaben, welche Schritte die US-Regierung in Erwägung zieht.

    trump
    Die USA warnen wegen der angespannten Lage im Nahen Osten. - keystone

    Am Mittwoch erklärte er dann, die USA hätten die Information erhalten, dass es im Iran keine Pläne für Hinrichtungen gebe.

    «Uns wurde gesagt, dass die Tötungen im Iran aufhören», sagte der Republikaner im Weissen Haus. Er hoffe, dass es stimme, betonte Trump.

    Ladenbesitzer (26) wurde nicht hingerichtet

    Und tatsächlich: Die britische «Daily Mail» vermeldet, dass auch die Hinrichtung des 26-jährigen Ladenbesitzers Erfan Soltani aufgeschoben sein soll. Dies will die Zeitung von der Familie des Protestierenden und Aktivisten erfahren haben.

    Erfan Soltani
    Der iranische Ladenbesitzer Erfan Soltani (26) sollte nach seiner Verhaftung hingerichtet werden. Dies wurde jedoch aufgeschoben. - X / @AlinejadMasih

    Soltanis Hinrichtung war ursprünglich für den Mittwoch geplant. Doch der Befehl wurde nicht vollstreckt und verschoben.

    Seit Beginn der Proteste gegen das iranische Regime drohte Trump dem Iran auch mehrfach mit einem Eingreifen der USA. Dies, falls Demonstrierende getötet würden.

    Iran gibt ausländischen «terroristischen Elementen» die Schuld

    Der iranische Aussenminister erklärte bei Fox News erneut, dass ausländische «terroristische Elemente» für die Protest-Eskalation verantwortlich seien.

    Er erhob auch den Vorwurf, dass gezielt Menschen getötet worden seien, um Trump in den Konflikt hineinzuziehen. Araghtschi sprach von einem angeblichen israelischen Plan. Er legte in der Sendung keinerlei Belege für diese Behauptung vor.

    Verfolgst du die Entwicklungen im Iran?

    Tatsächlich wurden die Massenproteste im Iran von einer dramatischen Wirtschaftskrise ausgelöst. Dazu kommt eine sehr hohe Inflationsrate und grosse Unzufriedenheit mit der Führung in Teheran. Irans Sicherheitsapparat schlägt die Massenproteste brutal nieder.

    Iran spricht von Hunderten Todesopfern

    Aussenminister Araghtschi sagte, es gebe Hunderte Todesopfer. Genaue Zahlen wolle man bald veröffentlichen. Dem widersprechen Informationen von Aktivisten.

    Iran
    Irans Aussenminister Abbas Araghtschi. - keystone

    Seit Ende Dezember wurden nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Iran Human Rights (IHRNGO) mit Sitz in Oslo mindestens 3428 Demonstranten getötet.

    Die Gruppe wies zugleich darauf hin, dass die tatsächliche Opferzahl noch deutlich höher liegen könnte. Tausende Demonstranten sollen festgenommen worden sein.

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