Internationale Experten fordern Ende der Elefantenzucht in Zürich
Eine internationale Expertengruppe hat vom Zoo Zürich ein Ende der Elefantenzucht gefordert. Hintergrund ist der Tod eines Elefantenkalbes am 2. Juni, kurz nach seiner Geburt.

Sämtliche in den letzten zehn Jahren geborenen Elefantenkälber seien später gestorben, heisst es in der Mitteilung der 30 Experten, die am Donnerstag von der Fondation Franz Weber veröffentlicht wurde. Die Todesfälle, insgesamt starben in diesem Zeitraum elf Elefanten, «werfen schwerwiegende Fragen hinsichtlich Tierwohl, Ethik und Naturschutz auf».
Für die mehrheitlich aus dem englischen Sprachraum stammenden Forschenden zeigt sich ein Muster, der Tod des Kalbes sei kein Einzelfall. «Ein derzeitiges Weibchen hat drei seiner fünf Kälber verloren, ein anderes sogar alle vier», schreiben die Experten. Das sei keine Erfolgsgeschichte, sondern eine zutiefst beunruhigende Bilanz. Angesichts der Todeszahlen am Zuchtprogramm festzuhalten sei «unmenschlich und unethisch». Der Zoo Zürich solle dieses sofort beenden.
Bei frei lebenden Elefanten seien die Todeszahlen nie so hoch, heisst es weiter. Die Gruppe kritisiert die Zucht von Elefanten in Zoos auch grundsätzlich. Diese diene nur dem Erhalt der eigenen Population, bringe den frei lebenden Elefanten aber nichts. Unter anderem weil im Zoo geborene Elefanten nicht ausgesetzt würden.
Zoo-Direktor Severin Dressen gab nach der Einschläferung des Elefantenkalbs verschiedentlich zu Protokoll, dass es bei den verschiedenen Todesfällen kein Muster gebe, dem der Zoo auf den Grund gehen könnte. Bei den Todesfällen gebe es keinen Zusammenhang. Einige Tiere starben wegen einer Krankheit, andere wurden wohl in der Herde zu Tode getrampelt. Das Jüngste konnte nicht selbständig aufstehen.






