Am Mittwoch haben hunderte Palästinenser gegen eine israelische Blockade des Küstengebiets protestiert.
Clashes in Khan Yunis
Palästinensische Demonstranten protestieren an einem Grenzzaun zu Israel am 25. August 2021. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach israelischen Armeeangaben waren es sogar mehr als tausend demonstrierende Menschen,
  • Diese hätten Reifen verbrannt und Explosionskörper in Richtung des Zauns geschleudert.

Hunderte Palästinenser haben am Mittwoch am Gaza-Grenzzaun zu Israel gegen die israelische Blockade des Küstengebiets demonstriert. Zu dem Protest hatten die islamistische Palästinenserorganisation Hamas und weitere Gruppierungen im Gazastreifen aufgerufen. Nach israelischen Armeeangaben waren es sogar mehr als tausend Menschen, die sich im südlichen Teil von Gaza entlang des Grenzzauns versammelten.

Demonstranten hätten Reifen verbrannt und Explosionskörper in Richtung des Zauns geschleudert, sagte ein Sprecher am Abend. Der Protest habe etwa zwei Stunden gedauert. Nach palästinensischen Angaben setzte die Armee Tränengas ein. Mindestens 20 Menschen seien verletzt worden, darunter drei durch Schussverletzungen, hiess es. Auch die israelische Armee sprach von Schusswaffeneinsatz.

Es handelte sich um den zweiten Protest innerhalb weniger Tage. Am Samstag waren bei Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten nach offiziellen Angaben 40 Palästinenser und ein israelischer Grenzpolizist verletzt worden. Anschliessend griff die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben Hamas-Ziele im Gazastreifen an.

Ein Palästinenser an schweren Schussverletzungen gestorben

Wie das Gesundheitsministerium in Gaza mitteilte, starb ein 32 Jahre alter Palästinenser am Mittwoch an seinen schweren Schussverletzungen. Der bewaffnete Arm der islamistischen Hamas, die Kassam-Brigaden, teilte auf Telegram mit, der Mann sei eines ihrer Mitglieder gewesen.

Die Konfrontationen im Grenzgebiet waren die gewaltsamsten seit 2019, seit dem Ende des zeitweise wöchentlich stattfindenden «Marschs der Rückkehr». Damals hatten Ägypten, Katar und die Vereinten Nationen erfolgreich zwischen Israel und der im Gazastreifen herrschenden Hamas verhandelt.

Im Mai hatten sich Israel und militante Palästinenser einen elftägigen bewaffneten Konflikt geliefert, bei dem in Israel nach offiziellen Angaben 13 Menschen getötet wurden, im Gazastreifen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 255 Menschen. Die EU, Israel und die USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein.

Israel hatte 2007 eine Blockade des Gazastreifens verschärft, die inzwischen von Ägypten mitgetragen wird. Beide Länder begründen die Massnahme mit Sicherheitsinteressen. In dem Küstengebiet leben rund zwei Millionen Menschen, ein Grossteil davon nach Angaben von Hilfsorganisationen unter sehr schlechten Bedingungen.

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