Honduras wählt Präsidenten: Kandidatin kritisiert Trump
Vor der Präsidentschaftswahl in Honduras wirft die linke Kandidatin Trump Wahleinmischung vor. Der US-Präsident unterstützt ihren rechten Rivalen.

Die Präsidentschaftskandidatin der Regierungspartei in Honduras erhebt schwerwiegende Anschuldigungen gegen Washington. Rixi Moncada beschuldigt Präsident Trump, sich unzulässig in die demokratischen Prozesse ihres Landes einzumischen.
Laut «n-tv» bezeichnete sie Trumps Aktivitäten als «interventionistisch» und sprach von gezielten Wahlkampfmanövern. Die linke Politikerin sieht in den jüngsten Äusserungen aus den USA einen direkten Angriff auf die Souveränität Honduras'.
Moncada wirft dem US-Präsidenten vor, bewusst Partei für seine bevorzugten Kandidaten zu ergreifen. Sie spricht von «Wahlkampfaktionen» des US-Präsidenten für «seine Marionetten-Kandidaten».
Amerikanische Wahlempfehlungen und Drohungen
Der US-Präsident hat öffentlich seine Unterstützung für den konservativen Bewerber Nasry Asfura bekundet. Trump bezeichnete diesen als den «einzigen wahren Verfechter der Freiheit» in Honduras.
Berichten der «Zeit» zufolge verstärkte der amerikanische Staatschef seine Rhetorik und drohte mit dem Entzug der US-Hilfe für Honduras.

Er stellte klar, dass eine Niederlage seines favorisierten Kandidaten Konsequenzen für die bilateralen Beziehungen haben könnte. Die Drohkulisse verstärkt die bereits angespannte Atmosphäre vor der Wahl erheblich.
Begnadigungsankündigung für ehemaligen Präsidenten von Honduras
Parallel zu seinen Wahlempfehlungen kündigte Trump die Begnadigung des inhaftierten Ex-Präsidenten Juan Orlando Hernández an. Der frühere honduranische Staatschef verbüsst derzeit eine 45-jährige Haftstrafe wegen Drogenhandels in den USA.
Laut «Le Monde» rechtfertigte Trump diese Entscheidung mit angeblich unfairer Behandlung des Verurteilten. Hernández galt während seiner Amtszeit als wichtiger Verbündeter Washingtons in der Region.
Politische Instabilität und gesellschaftliche Herausforderungen
Honduras steht vor enormen innenpolitischen Herausforderungen, die das Wahlklima zusätzlich belasten. Das Land gilt als eines der instabilsten in ganz Lateinamerika mit einer Geschichte politischer Umbrüche.

Fast zwei Drittel der elf Millionen Einwohner leben in Armut, so «N-TV». Die traditionelle Migrationsbewegung in die USA ist unter der aktuellen amerikanischen Regierung stark eingeschränkt worden.
Wahlkampf zwischen den politischen Lagern
Neben der linken Kandidatin Moncada und dem konservativ-rechten Asfura tritt auch der Fernsehmoderator Salvador Nasralla an. Die Kandidaten repräsentieren fundamental verschiedene Visionen für die Zukunft des Landes.
Während Moncada die Kontinuität der aktuellen linken Regierung verkörpert, stehen ihre Konkurrenten für einen politischen Richtungswechsel. Der Wahlausgang wird entscheidend für die künftige Ausrichtung Honduras' in der Region sein.












