Gesundheitsversorgung in Afghanistan verschlechtert sich
Knapp fünf Jahre nach der Einnahme der afghanischen Hauptstadt Kabul durch die islamistischen Taliban verschlechtert sich die Gesundheitsversorgung im Land immer mehr.

Mangels Finanzierung habe die Hilfsorganisation Care den Betrieb in 30 Kliniken in Afghanistan einstellen müssen, heisst es in einer Stellungnahme.
Auch die auf medizinische Versorgung spezialisierte Organisation Emergency berichtete in der vergangenen Woche von einer drastischen Verschlechterung der Gesundheitslage in Afghanistan. «Die öffentlichen Gesundheitseinrichtungen sind überlastet und der Zugang zu kostenloser, hochwertiger chirurgischer Versorgung ist eingeschränkt», zitiert die Organisation eine Pflegekraft aus Kabul in einer Mitteilung.
«Wir sehen immer mehr Frauen, darunter auch sehr junge, die in kritischem Zustand zu uns kommen», sagt demnach eine Gynäkologin. Viele seien unterernährt. «Die Babys kommen zu früh und untergewichtig zur Welt und werden in den Wochen nach der Geburt wieder zu uns gebracht, weil ihre Familien sich die notwendige therapeutische Nahrung nicht leisten können».
Bereits Anfang Juni hatte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) berichtet, seit Anfang des Jahres in etwa 150 Kliniken den Betrieb eingestellt zu haben. Lediglich 17 Prozent des Gesundheitsbudgets sei finanziert.
Die Finanzierung der humanitären Arbeit in Afghanistan wird durch zwei Faktoren erschwert: Einerseits scheuen internationale Geber die Zusammenarbeit mit den Taliban. Dies erschwert insbesondere längerfristige, nachhaltige Arbeit.
Andererseits berichten Mitarbeiter humanitärer Organisationen, dass mit der Auflösung der US-Agentur für Entwicklungszusammenarbeit (USAID) durch Präsident Donald Trump insgesamt die Förderbereitschaft auch in anderen Ländern abgenommen habe. USAID war eine der grössten staatlichen Entwicklungshilfebehörden weltweit und finanzierte zahlreiche Projekte auf der ganzen Welt.










