Bericht: Miliz im Kongo schmuggelt Rohstoffe nach Ruanda

Laut einem Bericht schmuggelt die ruandisch unterstützte M23-Miliz Coltan und Gold aus dem Ostkongo – unter Einsatz von Zwangsarbeit, Folter und Tötungen.

kobalt
Amnesty International wirft der M23-Miliz illegalen Rohstoffschmuggel aus dem Ostkongo nach Ruanda vor. (Symbolbild). - Pexels

Die von Ruanda unterstützte Rebellenmiliz M23 schmuggelt nach Angaben der Menschenrechtsorganisation Amnesty International wichtige Rohstoffe wie Coltan und Gold aus der Demokratischen Republik Kongo. «Ruanda profitiert weiterhin illegal vom Rohstoffreichtum der DR Kongo», sagte Amnesty-Generalsekretärin Agnes Callamard. Die Miliz kontrolliere demnach den Zugang zu zahlreichen Abbaugebieten im Ostkongo und führe die Rohstoffe illegal ins benachbarte Ruanda ein.

Dabei zwingen die Rebellen zehntausende lokale Bergleute zum Abbau in den Minen um die Ortschaft Rubaya in der Provinz Nord-Kivu sowie um Lomera in Süd-Kivu, wie es in dem Bericht heisst. Die Menschenrechtsorganisation dokumentierte unter anderem Tötungen, Folter, willkürliche Inhaftierungen und Zwangsarbeit. Diese Verstösse könnten laut Amnesty den Tatbestand von Kriegsverbrechen erfüllen.

Die Organisation befragte eigenen Angaben zufolge 26 Menschen, darunter Schürfer, Bergbauexperten, Besitzer von Minen und Angehörige von Opfern. Zudem wertete Amnesty Foto- und Videoaufnahmen aus. Weder Vertreter der M23 noch der ruandischen Regierung hätten demnach auf Anfragen von Amnesty reagiert, um zu den Vorwürfen Stellung zu beziehen.

Der Bericht beschreibt unter anderem die Tötung von 18 Schürfern. Davon seien laut Augenzeugen und Angehörigen zehn zu Tode geprügelt und zwei erschossen worden. Bergleute und in der Umgebung lebende Zivilisten schilderten, von M23-Kämpfern oder ihren Sicherheitskräften gefoltert oder misshandelt worden zu sein, teilte Amnesty mit.

Die M23-Miliz ist seit Jahren im Ostkongo aktiv und kontrolliert grosse Teile der Provinzen Nord-Kivu und Süd-Kivu. Laut einem Bericht von UN-Experten wird die Rebellengruppe von rund 4.000 ruandischen Soldaten unterstützt. Die von der Miliz eroberten Gebiete sind reich an wertvollen Rohstoffen, darunter Coltan, Gold, Nickel, Kobalt und Kupfer, die unter anderem in Smartphones und Elektrofahrzeugen zum Einsatz kommen. Die M23 kontrolliert in der Region Bergbauaktivitäten, Handel, Transport und die Besteuerung der geförderten Mineralien.

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