Experte: USA müssen bei Blockade teils Durchfahrt gewähren
Nach Einschätzung des Seerechtlers Valentin Schatz von der Universität Lüneburg müssen die USA während einer möglichen Seeblockade der Strasse von Hormus bestimmten Schiffen die Durchfahrt ermöglichen. Nach dem Seekriegsrecht haben Schiffe neutraler Staaten weiter Durchfahrtsrechte durch Meerengen, wie Schatz der Deutschen Presse-Agentur sagte. Weder der Iran noch die USA seien befugt, diese Rechte auszusetzen.

Nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran hatte US-Präsident Donald Trump eine Seeblockade der Strasse von Hormus angekündigt. Die US-Marine werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen, teilte Trump auf der Plattform Truth Social mit. «Die Blockade wird in Kürze beginnen.»
Juniorprofessor Schatz zufolge ist eine Seeblockade ein Instrument des Seekriegsrechts, das zwischen Kriegsparteien angewandt werden kann. In diesem Fall zwischen den USA und dem Iran. Eine solche Blockade diene etwa dazu, Waffenlieferungen zu verhindern. Das Seekriegsrecht gehöre nicht zum Seevölkerrecht, das in Friedenszeiten anwendbar sei.
Die Strasse von Hormus zwischen dem Iran und dem Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Nach Beginn des Iran-Kriegs Ende Februar hatte Teheran die Meerenge durch Drohungen und den Beschuss von Schiffen faktisch blockiert, was Energiepreise in die Höhe trieb.
Seit Beginn der Waffenruhe in der Nacht zum Mittwoch haben laut dem Datenunternehmen Kpler bis Sonntagvormittag mehr als 40 Handelsschiffe die Strasse durchfahren. Das Aufkommen entspricht weiter einem Bruchteil des regulären Verkehrs.










