Evergrande-Chef will «dunkelsten Moment» überwinden

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    Der mögliche Zahlungsausfall des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande sorgt bei Anlegern weiter für Unruhe. Mit einem Schreiben wendet sich der Vorstandschef nun an seine Mitarbeiter.

    Ein Baukran steht auf einem neuen Wohnbauprojekt von Evergrande in Peking. Foto: Andy Wong/AP/dpa
    Ein Baukran steht auf einem neuen Wohnbauprojekt von Evergrande in Peking. Foto: Andy Wong/AP/dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Der Chef des vom Zusammenbruch bedrohten chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande hat Mitarbeitern in einem Brief Mut zugesprochen.

    Er sei fest davon überzeugt, dass man den «dunkelsten Moment» überwinden könne.

    So äusserte sich Vorstandschef Xu Jiayin in einem anlässlich des chinesischen Mondfestes verschickten Schreiben, das von Staatsmedien verbreitet wurde. Evergrande werde in der Lage sein, die Wiederaufnahme des Baus und der Produktion in vollem Umfang zu beschleunigen und das Hauptziel der «Sicherstellung der Übergabe von Gebäuden» zu erreichen, um Hauskäufern, Investoren, Partnern und Finanzinstituten eine «verantwortungsvolle Antwort» zu geben.

    Ein hoher Schuldenberg

    Evergrande hat Schulden von umgerechnet mehr als 300 Milliarden US-Dollar (256 Mrd Euro) angehäuft. Anleger befürchten einen Zahlungsausfall. Der angeschlagene Konzern muss frisches Geld auftreiben, um Banken, Zulieferer und Anleihegläubiger fristgerecht zu bezahlen. Wie der Finanzdienst Bloomberg berichtete, muss der Konzern am Donnerstag auf zwei Anleihen Zinszahlungen im Umfang von über 100 Millionen Dollar leisten. Jedoch gelte eine Nachfrist von 30 Tagen, was Evergrande weitere Zeit verschaffen könnte.

    Die Angst vor einem bevorstehenden Kollaps hat den Aktienkurs von Evergrande am Dienstag erneut kräftig schwanken lassen. An der Hongkonger Börse verloren die Papiere des Konzerns in der Spitze um über sieben Prozent, holten im Verlauf des Tags aber wieder auf. Seit Anfang des Jahres haben die Aktien des Konzerns bereits mehr als 85 Prozent eingebüsst.

    Die US-Ratingagentur S&P warnte in einer Mitteilung am Montag davor, dass nicht von einer Rettung des Konzerns durch die chinesische Regierung ausgegangen werden könne. Peking wäre demnach nur dann zum Eingreifen gezwungen, «wenn es zu einer weitreichenden Ansteckung käme, die den Zusammenbruch mehrerer grosser Bauunternehmen zur Folge hätte und systemische Risiken für die Wirtschaft darstellen würde», so die Agentur. Eine Pleite von Evergrande allein würde jedoch wahrscheinlich nicht zu einem solchen Szenario führen, so S&P weiter.

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