Nach dem dem Absturz eines Flugzeugs in Nepal mit zwei Deutschen und 20 weiteren Menschen an Bord haben Suchmannschaften fast alle Todesopfer gefunden.
Bergungseinsatz an der Absturzstelle
Bergungseinsatz an der Absturzstelle - Nepal Police/AFP

Das Wichtigste in Kürze

  • An Bord von mehr als 40 Jahre alten Maschine waren auch zwei Deutsche.

Die Einsatzkräfte hätten 21 Leichen entdeckt und suchten nun noch nach dem letzten Todesopfer, sagte ein Armeesprecher am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Die zweimotorige Tara-Air-Maschine war am Sonntag auf dem Weg zum Bergsteiger-Ziel Jomsom verunglückt. Schlechtes Wetter erschwerte den Bergungseinsatz.

«21 Leichen wurden gefunden und die Suchmannschaften sind auf der Suche nach der letzten», sagte Armeesprecher Narayan Silwal. Zehn Leichen seien bereits vom Berg hinuntergebracht worden. Zu den übrigen Opfern wollten die Einsatzkräfte mit Hubschraubern vordringen.

Die Einsatzbedingungen seien «sehr schwierig», sagte ein Polizeibeamter vor Ort. «Das Flugzeug liegt in zahlreichen Teilen über den ganzen Hang verstreut.» An dem Bergungseinsatz waren etwa 60 Soldaten, Polizisten, Bergführer und Anwohner beteiligt. Die meisten mussten die Absturzstelle in den Bergen zu Fuss erklimmen.

Das Flugzeugwrack war am Montagmorgen entdeckt worden. Auf Fotos von der Absturzstelle sind auf einem Berghang verstreute Trümmerteile zu sehen. Auch die Registriernummer des Flugzeugs 9N-AET ist darauf deutlich zu erkennen.

Der Funkkontakt zu dem Passagierflugzeug war am Sonntagmorgen kurz nach dem Start in der Stadt Pokhara im Westen Nepals abgebrochen. Nach Angaben der zivilen Luftfahrtbehörde hatte die Maschine einen Unfall in 4420 Metern Höhe in der Nähe der Gemeinde Thasang.

«Nach Auswertung der Fotos, die wir erhalten haben, scheint es so, dass das Flugzeug nicht Feuer fing», erklärte ein Sprecher des Flughafens von Pokhara. Die Maschine sei offenbar «mit einem grossen Felsen» kollidiert.

An Bord der Maschine vom Typ Twin Otter waren 22 Menschen: drei Besatzungsmitglieder und 19 Passagiere, unter ihnen zwei Deutsche und vier Inder. Die restlichen Passagiere waren Nepalesen. Aus dem Auswärtigen Amt in Berlin hatte es in der Folge geheissen, die deutsche Botschaft in Kathmandu bemühe sich «mit Hochdruck um Aufklärung» und stehe mit den nepalesischen Behörden in Kontakt.

Bei den indischen Passagieren handelte es sich laut indischer Polizei um ein geschiedenes Paar, das mit seiner 15 Jahre alten Tochter und seinem 22 Jahre alten Sohn einen Familienurlaub gemacht habe. «Es gab eine gerichtliche Anordnung gegen den Vater, jedes Jahr mindestens zehn Tage lang Zeit mit der Familie zu verbringen, also haben sie die Reise gemacht», sagte der Polizeibeamte Uttam Sonawane AFP.

Die Maschine der Fluggesellschaft Tara Air war am Sonntag auf dem Weg nach Jomsom, einem nur 20 Minuten von Nepals zweitgrösster Stadt Pokhara entfernten beliebten Ausgangspunkt für Bergwanderungen im Himalaya, verunglückt. Laut Website der Flugsicherheitsbehörde war das Flugzeug von dem kanadischen Hersteller De Havilland gebaut worden und hatte seinen Jungfernflug bereits 1979 absolviert.

Die Luftfahrt in Nepal boomt seit Jahren und wird sowohl für Touristen als auch für den Gütertransport ausgebaut. Die Sicherheitsstandards sind angesichts unzureichender Ausbildung des Personals und mangelhafter Wartung der Maschinen allerdings niedrig. Die Europäische Union hat daher alle nepalesischen Fluggesellschaften aus ihrem Luftraum verbannt.

Hinzu kommt, dass sich in dem Himalaya-Staat einige der abgelegensten und schwierigsten Landebahnen befinden. Das Wetter in Nepals Bergen kann schnell umschlagen und gefährliche Flugbedingungen schaffen.

Mehr zum Thema:

Europäische Union Fluggesellschaft Luftfahrt Maschinen Absturz Wetter Feuer Vater Staat Flugzeugabsturz