Ebola

    Ebola-Ausbruch im Kongo noch lange nicht unter Kontrolle

    Im Kongo breitet sich Ebola weiter aus. Mehr als 5000 Fälle und 2378 Tote machen den Ausbruch zum schwersten des Landes.

    Ebola Kongo
    Ebola breitet sich im Kongo weiter aus und erreicht inzwischen zusätzliche Gebiete im Nordosten des Landes. (Archivbild) - keystone

    Der Ebola-Ausbruch in der Demokratischen Republik Kongo verschärft sich weiter. Seit Mai wurden 5021 Infektionen bestätigt, 2378 Menschen starben.

    Damit ist der aktuelle Ausbruch der tödlichste in der Geschichte des Landes. Weltweit handelt es sich laut der «ZDFheute» um die zweitgrösste Ebola-Epidemie nach dem Ausbruch in Westafrika.

    WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus sieht die Epidemie weiterhin nicht unter Kontrolle. Sie breitet sich dem «Spiegel» zufolge schneller aus als jeder zuvor registrierte Ebola-Ausbruch.

    Ebola bleibt lange unentdeckt

    Experten rechnen zudem mit einer erheblichen Dunkelziffer bei Fällen und Todesfällen. Fast zwei Drittel der bestätigten Ebola-Todesfälle werden nicht in Spitälern oder Isolierstationen registriert.

    Der Ausbruch wurde Mitte Mai offiziell bekanntgegeben, dürfte jedoch deutlich früher begonnen haben. Forschern zufolge könnte das Virus bereits seit Januar im Land zirkuliert haben, so die «ZDFheute».

    Die frühe Erkennung wird durch unspezifische Symptome erschwert. Fieber, allgemeines Krankheitsgefühl sowie Ganzkörper- und Kopfschmerzen können zunächst anderen Infektionen ähneln, berichtet der «Tagesspiegel».

    Konflikte und fehlende Versorgung erschweren die Eindämmung

    Inzwischen ist das Virus in sechs Provinzen aufgetreten. Besonders entlegene Regionen sind schwer erreichbar und verfügen teilweise über unzureichende diagnostische und medizinische Kapazitäten.

    Bewaffnete Gruppen und langjährige Konflikte erschweren die Arbeit medizinischer Teams zusätzlich. Einschränkungen beim Grenz- und Flugverkehr verzögern zudem die Ankunft medizinischer Güter und Fachkräfte.

    Die Sterblichkeitsrate der bestätigten Fälle ist inzwischen auf 46 Prozent gestiegen. Laut der «ZDFheute» bedeutet dies jedoch nicht, dass das Virus zwangsläufig tödlicher geworden ist.

    Fehlende Therapie verschärft die Lage

    Viele Erkrankungen werden demnach erst erkannt, nachdem Betroffene bereits gestorben sind. Schwache Infrastruktur und Widerstand in Teilen der Bevölkerung erschweren zusätzlich die Eindämmung.

    Verursacht wird der Ausbruch durch den Bundibugyo-Stamm des Ebola-Virus. Für diese Variante gibt bislang weder einen speziellen Impfstoff noch eine spezielle Therapie.

    Ebola
    Im Kongo fehlen rund 5'000 zusätzliche Gesundheitskräfte für den Kampf gegen Ebola. (Archivbild) - keystone

    Seit Anfang Juli werden zwei antivirale Therapieverfahren klinisch getestet. Zudem soll geprüft werden, ob sich der Erreger möglicherweise verändert hat, schreibt der «Spiegel».

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