Drogenlabor bringt kolumbianischen Diplomaten zu Fall

    Keystone-SDA
    Keystone-SDA

    Kolumbien,

    Weil auf dem Grundstück seiner Familie in Kolumbien ein Drogenlabor gefunden wurde, tritt Kolumbiens Botschafter in Uruguay, Fernando Sanclemente, zurück.

    Drogenlabor Kolumbien
    Die Feuerwehr in den Ruinen des Drogenlabors. - Guasca Mayoralty/AFP

    Das Wichtigste in Kürze

    • Fernando Sanclemente, Kolumbiens Botschafter in Uruguay, tritt zurück.
    • Dies, nachdem auf der Finca seiner Familie in Kolumbien ein Drogenlabor aufgeflogen war.
    • Der Botschafter selbst behauptet, von den Machenschaften nichts gewusst zu haben.

    Ein Drogenlabor auf seiner Finca in Kolumbien ist dem kolumbianischen Botschafter in Uruguay, Fernando Sanclemente, zum Verhängnis geworden. Wie lokale Medien am Montag berichteten, reichte Sanclemente bei Kolumbiens Präsidenten Iván Duque seinen Rücktritt ein, nachdem der kolumbianische Generalbundesanwalt in einem Fernsehinterview am Wochenende angekündigt hatte, ihn direkt mit dem Fund in Verbindung zu bringen.

    Eine Tonne Kokain pro Monat

    Die Polizei hatte auf dem Grundstück der Familie Sanclemente in dem Departament Cundinamarco, 60 Kilometer von der Hauptstadt Bogotá entfernt, im Februar ein Labor entdeckt, in Brand gesteckt und fünf Personen festgenommen.

    Berichten zufolge konnte dort mindestens eine Tonne Kokain pro Monat produziert werden, um dann über den Flughafen El Dorado in Bogotá ins Ausland transportiert zu werden. Sanclemente erklärte sich von Anfang an unschuldig. Er behauptete, nichts von dem Labor gewusst zu haben.

    Farm ist eine Partnerschaft

    Er versicherte, die Farm sei seit 1987 eine Partnerschaft zwischen den Familien Sanclemente und Spiwak. Diese ist wiederum Eigentümerin der kolumbianischen Hotelkette Dann. Sein Bruder sei der gesetzliche Vertreter der 50 Prozent, die seiner Familie zustehen. Von den 170 Hektar Grund seien seit dem Jahr 2017 40 Prozent für den Anbau von Kartoffeln, Zwiebeln und anderen landwirtschaftlichen Produkten verpachtet.

    Kolumbien ist nach Informationen der Vereinten Nationen aus dem Jahr 2018 mit 169 000 bepflanzten Hektar einer der grössten Koka-Produzenten der Welt und verfügt über die Möglichkeit, 1120 Tonnen Kokain im Jahr herzustellen.

    Kommentare

    Weiterlesen

    steinkohlenbergbau
    4 Interaktionen
    Weitere Verletzte
    EDA
    Aus Kolumbien
    1 Interaktionen
    Bern

    MEHR IN NEWS

    Mercedes-Benz
    2 Interaktionen
    Sindelfingen
    Zug
    Immer wieder Funde

    MEHR AUS KOLUMBIEN

    colombia
    2 Interaktionen
    Mit US-Hilfe