Carlos Ghosn bleibt weiter in Untersuchtunshaft

    AFP
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    Japan,

    Der Automanager von Renault Carlos Ghosn sollte eigentlich heute Freitag entlassen werden. Ein neuer Haftbefehl gegen ihn verhindert dies.

    Carlos Ghosn, ehemaliger Automanager.
    Carlos Ghosn bleibt länger in U-Haft. - keystone

    Das Wichtigste in Kürze

    • Carlos Ghosn sitzt seit November wegen Veruntreuung in mehreren Fällen in U-Haft.
    • Heute Freitag sollte er frei kommen. Ein neuer Haftbefehl verlängert jedoch die U-Haft.

    Die Hoffnungen des in Japan inhaftierten Automanagers Carlos Ghosn auf eine rasche Freilassung haben sich zerschlagen. Die Staatsanwaltschaft erwirkte Medienberichten zufolge wegen neuer Vorwürfe einen weiteren Haftbefehl gegen den 64-jährigen Renault-Chef, der lange auch den japanischen Autobauer Nissan geführt hatte. Das verlängert seine Untersuchungshaft um 48 Stunden. Die Staatsanwaltschaft wirft Ghosn nun auch vor, persönliche Verluste bei Investitionen auf Nissan übertragen zu haben.

    Erst am Donnerstag hatte ein Gericht in der Hauptstadt Tokio einen Antrag auf eine Verlängerung von Ghosns Untersuchungshaft abgelehnt. Es war erwartet worden, dass der Automanager schon heute Freitag gegen Kaution auf freien Fuss kommen könnte. Der neue Haftbefehl verhindert das.

    Ein Polizeifahrzeug fährt vor dem Tokyo Detention Center.
    Carlos Ghosn sitzt im Tokyo Detention Center seine U-Haft ab. - dpa

    Ghosn war am 19. November festgenommen worden. Seitdem sitzt der 64-Jährige in einer fünf Quadratmeter grossen Einzelzelle in Untersuchungshaft. Er soll jahrelang ein viel zu niedriges Einkommen deklariert und sich persönlich an Firmenkapital von Nissan bereichert haben.

    Die Ankläger erhoben erst am 10. Dezember offiziell Anklage. Sie werfen Ghosn vor, er habe in den Jahren 2010 bis 2015 ein um fünf Milliarden Yen (rund 44 Millionen Franken) zu niedriges Einkommen deklariert. Zudem soll er sich persönlich an Firmenkapital des Autobauers Nissan bereichert haben. Die Untersuchungshaft wurde zudem um 22 Tage verlängert, weil die Staatsanwaltschaft neue Vorwürfe erhob – Ghosn soll auch von 2015 bis 2018 Einkünfte vertuscht haben.

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