Brasilianische Filmgrösse Orlando Senna stirbt mit 86 Jahren
Der brasilianische Filmemacher Orlando Senna ist im Alter von 86 Jahren verstorben. Er gehörte dem «Cinema Novo» an, der neuen Welle des brasilianischen Kinos in den 1960er- und 1970er-Jahren.

Als Regisseur, Drehbuchautor, Schriftsteller, Journalist, Dramatiker und Kulturmanager ist Sennas bekanntestes Werk «Iracema» (1975). Den Klassiker des brasilianischen Kinos drehte er gemeinsam mit Jorge Bodanzky. Er setzt sich mit den sozialen Auswirkungen der Besetzung des Amazonasgebiets während der Militärdiktatur auseinander. Das Roadmovie erzählt die Reise eines weissen Lkw-Fahrers und einer jungen mestizischen Prostituierten auf der Transamazonica, gefilmt mit einfachen Mitteln.
Senna widmete seine Karriere «der Förderung der Kultur als Instrument des sozialen Wandels», teilte das brasilianische Kulturministerium auf Instagram mit. Weiter lobte es, «sein Werk, seine Grosszügigkeit und sein Engagement für die brasilianische Kultur».
Orlando Senna stammt aus dem Bundesstaat Bahia, wo er 1940 geboren wurde. Zwischen 1991 und 1994 leitete er zudem die Internationale Film- und Fernsehschule von San Antonio de los Baños (EICTV) in Kuba, wo er an der Ausbildung von Generationen lateinamerikanischer Filmemacher mitwirkte. Die Schule wurde vom Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger Gabriel García Márquez und vom Regisseur Fernando Birri gegründet.
In den 2000er-Jahren war er nationaler Sekretär für audiovisuelle Medien. In dieser Funktion förderte er kulturelle Massnahmen auf nationaler und regionaler Ebene. Nicht zuletzt war Senna einer der Mitbegründer des öffentlich-rechtlichen Fernsehsenders TV Brasil.










