Die deutsche Botschaft in Afghanistan rät den Menschen, zu Hause zu bleiben. Der Zugang zum Flughafen sei derzeit stark eingeschränkt.
Kabul
Taliban auf Patrouille in Kabul. - AP Photo/Rahmat Gul

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Lage am Flughafen von Kabul bleibt unübersichtlich.
  • Das North Gate ist bis auf weiteres geschlossen.
  • Nun rät die deutsche Botschaft den Menschen, zu Hause zu bleiben.

Die deutsche Botschaft in Kabul hat dazu aufgerufen, angesichts der unübersichtlichen Lage am Flughafen und in der Stadt zu Hause oder an einem geschützten Ort zu bleiben. «Der Zugang zum Flughafen Hamid Karzai International Airport ist derzeit nur sehr eingeschränkt möglich. Das North Gate ist bis auf weiteres geschlossen», hiess es in einem Landsleutebrief, der am Samstagabend (Ortszeit) verschickt wurde.

«Derzeit ist es grundsätzlich sicherer, zu Hause oder an einem geschützten Ort zu bleiben.» Es seien aber weiterhin Evakuierungsflüge der Bundeswehr geplant. Am Samstag hatte die Bundeswehr mit zwei Flügen lediglich 15 Menschen von Kabul in die usbekische Hauptstadt Taschkent bringen können.

Tausende harren am Flughafen aus

Ein Augenzeuge berichtete der Deutschen Presse-Agentur von Tausenden Menschen, die am Flughafen in Kabul ausharrten. Für Samstag waren laut Verteidigungsministerium bis zu sechs Evakuierungsflüge geplant. Es war allerdings zunächst unklar, wie Passagiere angesichts des weiter geschlossenen Zugangstores und der Menschenmassen dort diese Flüge erreichen können.

USA
US-Soldaten am Flughafen von Kabul. - Lance Cpl. Nicholas Guevara/U.S. Marine Corps via AP

Vor knapp einer Woche hatten die Taliban Kabul eingenommen und die Macht übernommen. Seitdem fürchten Oppositionelle, Journalisten, Menschenrechtsaktivisten und auch Ortskräfte, die für westliche Staaten tätig waren, Racheaktionen an sich.

Es ist weitgehend unklar, wie die Islamisten dieses Mal herrschen werden. Es wird befürchtet, dass die Extremisten wieder ein islamisches «Emirat» errichten wollen und dabei mit drakonischen Strafen gegen Andersdenkende vorgehen.

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