Angesichts der Hängepartie eine Woche nach der Präsidentenwahl hat die Unruhe in Peru zugenommen. «Missmanagement bei knappen Wahlen kann zu einem unkontrollierbaren sozialen Klima und extrem unglücklichen Ergebnissen führen», schrieb die peruanische Tageszeitung «El Comercio» am Sonntag.
Peru Wahlen
Unterstützer der Präsidentschaftskandidatin Fujimori protestieren gegen angeblichen Wahlbetrug vor der Stelle der Stimmauszählung. - Keystone

Das Wichtigste in Kürze

  • Nach der Auszählung aller Stimmen dürfte der Linkskandidat Pedro Castillo am vergangenen Sonntag gewonnen haben.

Er erhielt 50,17 Prozent der Stimmen, die Rechtspopulistin Keiko Fujimori 49,82 Prozent. Allerdings hat das Wahlamt noch keinen Kandidaten zum Sieger erklärt, einige Wahllisten mit Unregelmässigkeiten werden überprüft.

Sowohl tausende Anhänger von Fujimori, die «Nein zu Betrug» und «Der Kommunismus wird stürzen» riefen, als auch von Castillo hatten am Samstag in Lima protestiert und wären dabei beinahe aufeindergestossen. Die Polizei verhinderte, dass es zu Zwischenfällen kam. Während Castillo seine Landsleute auf Twitter aufrief, die Ruhe zu bewahren und sich nicht provozieren zu lassen, wiederholte Fujimori den Vorwurf des Betrugs bei den Wahlen.

Sowohl Fujimori als auch Castillo haben wegen angeblicher Manipulationen beantragt, die Stimmen aus bestimmten Wahllokalen für ungültig zu erklären. Die Wahlbeobachter der Organisation Amerikanischer Staaten (OAS) hingegen erklärten, dass die Wahl ohne grössere Unregelmässigkeiten abgelaufen sei.

Peru ist tief gespalten - das zeigt auch das extrem knappe Wahlergebnis. Gerade mal knapp 60 000 Stimmen beträgt die Differenz zwischen den beiden Kandidaten.

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