Neue Proteste an iranischer Elite-Universität

Keystone-SDA
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Iran,

Mit Beginn des neuen Semesters im Iran sind an einer renommierten Universität neue Proteste gegen das autoritäre Herrschaftssystem ausgebrochen. An der Scharif-Universität für Technologie in der Hauptstadt Teheran riefen Studierende Protestslogans, wie Aktivisten in den sozialen Medien berichteten. Dabei kam es auch zu Zusammenstössen mit den paramilitärischen Basidsch-Einheiten, wie es in dem Bericht des studentischen Newsletters «Amirkabir» hiess. Weitere Proteste gab es demnach auch von Medizinstudenten in der nordöstlichen Millionenmetropole Maschhad.

ARCHIV - Iranische Studenten demonstrieren vor der Amirkabir Universität in der Innenstadt nach einer Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes. Foto: Rouzbeh Fouladi/ZUMA Wire/...
ARCHIV - Iranische Studenten demonstrieren vor der Amirkabir Universität in der Innenstadt nach einer Trauerfeier für die Opfer des Flugzeugabsturzes. Foto: Rouzbeh Fouladi/ZUMA Wire/... - Keystone/ZUMA Wire/Rouzbeh Fouladi

Augenzeugen in Teheran bestätigten die neuen Proteste an der Scharif-Universität, die als Elite-Hochschule gilt. Bereits bei früheren Protestwellen, etwa während der «Frau, Leben, Freiheit»-Bewegung, war es dort zu grösseren Demonstrationen gekommen.

Auf Videos des bekannten «Amirkabir»-Kanals, der im vergangenen Jahr mit dem Aachener Friedenspreis ausgezeichnet wurde, waren Menschenmassen auf dem Campus zu sehen. «Lang lebe der Schah», war auf einem Video zu hören – eine Anspielung auf Reza Pahlavi, Sohn des 1979 gestürzten Schahs, der inzwischen im Ausland zu einer der bekanntesten Oppositionsfiguren aufgestiegen ist. Im Zuge der Proteste kam es demnach auch zu Festnahmen.

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Mehr beginnt heute mit gut einem Monat Verzögerung an zahlreichen Universitäten Irans das neue Semester. Die Hochschulen hatten ihren Betrieb infolge der Massenproteste Anfang Januar zunächst eingestellt. Nachdem die Behörden den weltweiten Internetzugang im Land für gut drei Wochen abgeschaltet hatten, nahmen einige Universitäten kürzlich den Lehrbetrieb mit Online-Veranstaltungen wieder auf.

Irans Sicherheitsapparat hatte die jüngsten Massenproteste im Land brutal niedergeschlagen. Nach Angaben des Aktivistennetzwerks HRANA kamen dabei mehr als 7.000 Menschen ums Leben, unter ihnen auch mehr als 200 Staatskräfte. Die jüngsten Demonstrationen, ausgelöst zunächst durch die massive Wirtschaftskrise, waren die schwersten seit Jahren.

Kommentare

User #6094 (nicht angemeldet)

Putin gehen langsam aber sicher die Allierten aus..

User #5030 (nicht angemeldet)

Das die SP schweigt ist doch nicht weiter erstaunlich, ihr Weltbild geht gerade unter! Und da Meier sich eine Auszeit gönnt ist Wehrmut total überlastet!

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