Den zweiten Tag in Folge hat die äthiopische Rebellengruppe TPLF einen wichtigen militärischen Sieg verkündet.
Der Konflikt in Äthiopien dauert seit fast einem Jahr an
Der Konflikt in Äthiopien dauert seit fast einem Jahr an - AFP/Archiv

Das Wichtigste in Kürze

  • Sprecher: Nach Dessie auch Kombolcha unter Kontrolle der TPLF.

Ihre Kämpfer hätten die Stadt Kombolcha im Norden des Landes unter ihre Kontrolle gebracht, schrieb der TPLF-Sprecher Getachew Reda am Sonntag im Online-Dienst Twitter. Am Samstag hatte die TPLF die Einnahme der strategisch bedeutsamen Stadt Dessie gemeldet, die nördlich von Kombolcha liegt.

Kombolcha befinde sich «fest im Griff» der TPLF, twitterte Reda. Sollte sich der Fall Kombolchas an die Rebellen bestätigen, wäre dies ein schwerer Schlag für die Regierung von Äthiopiens Ministerpräsident Abiy Ahmed. In Dessie, dessen Einnahme die TPLF am Samstag gemeldet hatte, gab es nach Angaben von Bewohnern am Sonntag neue Kämpfe.

Der Grossteil Nordäthiopiens ist für Journalisten nicht zugänglich. Informationen aus der Region sind von unabhängiger Seite daher kaum zu überprüfen.

Der Konflikt zwischen Abiys Regierung und der TPLF dauert seit fast einem Jahr an. Äthiopische Regierungstruppen hatten im November 2020 die in Tigray regierende TPLF angegriffen, nach Regierungsangaben als Reaktion auf Attacken der Volksbefreiungsfront auf Armeestellungen. Die teils heftigen Kämpfe dauern seitdem an und haben sich mittlerweile auch auf benachbarte Regionen wie Amhara ausgedehnt.

Die Regierung in Addis Abeba setzt mittlerweile verstärkt auf Luftangriffe und bombardierte zuletzt regelmässig Ziele in Tigray. Nach Angaben der Regierung handelt es sich dabei um militärische Einrichtungen. Berichte über zivile Opfer brachten der Regierung jedoch scharfe internationale Kritik ein.

Durch die Kämpfe wurden bislang fast zwei Millionen Menschen vertrieben. Es gibt zahlreiche Berichte über Gräueltaten, darunter Massaker und Massenvergewaltigungen. Die Region Tigray ist weitgehend vom Rest der Welt abgeschnitten. Die Versorgungslage gilt als katastrophal.

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