Ärzte-Komitee: Mindestens neun Tote bei Protesten im Sudan

    Keystone-SDA
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    Sudan,

    Im Sudan sind bei Demonstrationen gegen die Regierungsbeteiligung des Militärs nach Angaben einer Ärzte-Organisation mindestens neun Menschen durch den Einsatz von scharfer Munition getötet worden.

    Nach Angaben einer sudanesischen Ärztegruppe wurden sieben Menschen bei Anti-Putsch-Kundgebungen getötet. Foto: Marwan Ali/AP/dpa
    Nach Angaben einer sudanesischen Ärztegruppe wurden sieben Menschen bei Anti-Putsch-Kundgebungen getötet. Foto: Marwan Ali/AP/dpa - sda - Keystone/AP/Marwan Ali

    Hunderte friedliche Demonstranten seien am Donnerstag in der Hauptstadt Khartum auf die Strasse gegangen, um Demokratie zu fordern und dabei teilweise von Sicherheitskräften schwer verletzt worden, teilte das sudanesische Ärzte-Komitee am Freitag mit. Hunderte Protestler zogen am Freitag in Richtung Präsidentenpalast um ihren Forderungen Gehör zu verschaffen, hiess es.

    Vergangenen Oktober übernahm das Militär in dem Land mit 44 Millionen Einwohnern die Macht. Anfang Januar trat der zivile Regierungschef Abdullah Hamdok, der gemeinsam mit Vertretern des Militärs das Land regierte, zurück.

    Gegen die fortdauernde Regierungsbeteiligung des Militärs, dem schwere Menschenrechtsverstösse und Korruption vorgeworfen werden, kommt es immer wieder zu blutigen Strassenprotesten. Nach Angaben des Ärzte-Komitees sind seit Januar 112 Demonstranten ums Leben gekommen.

    Der ostafrikanische Sudan wurde fast 30 Jahre lang vom islamistischen Präsidenten Omar al-Baschir mit harter Hand regiert. Der Langzeit-Machthaber wurde im April 2019 durch monatelange Massenproteste und einen Militärputsch aus dem Amt getrieben.

    Daraufhin einigten sich das Militär und die zivile Opposition auf eine Übergangsregierung, die den Weg zu demokratischen Wahlen ebnen sollte. Es waren umfangreiche Wirtschaftsreformen geplant, durch die das Militär erhebliche ökonomische Verluste hinnehmen müsste. Für das Militär war es auch ein Ärgernis, dass Hamdok die Aufarbeitung von Menschenrechtsverstössen vorangetrieben hat.

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