Nicolás Rodríguez Bautista alias «Gabino», Chef der Rebellengruppe ELN, hat aus gesundheitlichen Gründen seinen Rückzug erklärt.
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ELN-Rebellen in Kolumbien. (Archivbild) - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • Neuer Kommandeur der ELN-Rebellen wird Antonio García.
  • Der 65-Jährige war in Abwesenheit zu 30 Jahren Haft verurteilt worden.

Der Chef der kolumbianischen Rebellengruppe ELN hat seinen Rückzug erklärt. Er befinde sich in Kuba in medizinischer Behandlung und könne seine bisherige Aufgabe nicht länger wahrnehmen, teilte Nicolás Rodríguez Bautista alias «Gabino» am Donnerstag mit.

Der 71-Jährige war bereits Mitte 2018 für die Friedensgespräche mit der kolumbianischen Regierung nach Kuba gereist und hält sich seitdem grösstenteils auf der Karibikinsel auf. Neuer Kommandeur der ELN wird Antonio García. Der 65-Jährige war in Abwesenheit wegen eines Massakers zu 40 Jahren und wegen einer Flugzeugentführung zu 30 Jahren Haft verurteilt worden.

Rund 5000 ELN-Kämpfer

Die marxistisch-leninistische Nationale Befreiungsarmee (ELN) hat rund 5000 Kämpfer. Die Organisation orientierte sich zunächst stark am kubanischen Sozialismusmodell, später schlossen sich viele von der Befreiungstheologie geprägte Geistliche der Gruppe an. Sie verübt vor allem im Osten Kolumbiens Anschläge und nimmt Geiseln.

Nach dem Friedensvertrag mit der grösseren Guerillaorganisation Farc nahm die Regierung auch mit der ELN Friedensgespräche auf. Die Verhandlungen wurden allerdings abgebrochen, nachdem die ELN im Januar 2019 einen Bombenanschlag auf eine Polizeiakademie in der Hauptstadt Bogotá mit 22 Toten verübt hatte.

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