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    6 Mio. Antilopen und Gazellen wandern jährlich im Südsudan

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    Die grösste Wanderung von Landsäugetieren weltweit wurde im Südsudan und Äthiopien dokumentiert.

    Gazelle
    Die weltweit grösste Wanderung von Landsäugetieren wurde im Südsudan und Äthiopien beobachtet. Im Bild: eine Gazelle. (Symbolbild) - Pixabay

    Die gigantische Wanderung von Antilopen im Südsudan und in Äthiopien umfasst einer neuen Untersuchung zufolge rund sechs Millionen Tiere. Nach Angaben der südsudanesischen Regierung handelt es sich damit um die weltweit grösste Wanderung von Landsäugetieren. Sogar die berühmte Wanderung der Gnus zwischen der tansanischen Serengeti und der kenianischen Massai Mara werde übertroffen.

    Die Antilopen zögen jedes Jahr vom Bandingilo Nationalpark am Weissen Nil Richtung Norden und Osten, erklärten Fachleute der Naturschutzorganisation African Parks und des südsudanesischen Ministeriums für Naturschutz am Dienstag in Juba. Um ihre Zahl zu erfassen, hätten zwei mit Kameras ausgestattete Flugzeuge mehr als 330'000 Fotos aufgenommen. Ausgewertet wurden diese von Mitarbeitern der Universität von Juba.

    Die Untersuchung umfasste das gesamte bekannte Verbreitungsgebiet der vier wichtigsten wandernden Antilopenarten der sogenannten Grossen Nilwanderung. Daten von 251 Ortungshalsbändern lieferten ebenfalls Informationen über das Wanderverhalten. «Die Ergebnisse dieser Untersuchung sind einfach atemberaubend», sagte Peter Fearnhead, Vorstandschef von African Parks.

    «Die grösste Tierwanderung der Welt im Detail»

    Den Angaben zufolge handelt es sich um etwa 5,1 Millionen Weissohr-Moorantilopen, 300'000 Tiang, 350'000 Mongalla-Gazellen und 160'000 Riedböcke. Im Sumpfgebiet am Weissen Nil bringen die Gazellen ihre Jungtiere zur Welt. Dann ziehen sie auf der Suche nach Weideland durch das entlegene Gebiet, das teilweise unter Naturschutz steht.

    Die bestehenden Nationalparks umfassten nur etwa 30 Prozent des Wandergebiets, sagte David Simpson, Manager der Nationalparks Badingilo und Boma. Aufgrund der isolierten Lage des Gebiets ist ein Touristenandrang wie bei der ostafrikanischen Gnuwanderung voraussichtlich nicht zu erwarten. Dennoch gelte es, den Schutz des Gebiets zu verstärken, betonte Simpson.

    Dabei gehe es auch um Konzepte, die die ethnischen Gruppen in dem Gebiet einbeziehen. «Sie sind die Hüter der Natur. Sie jagen dort, sie leben von den Tieren, aber sie haben einen verantwortungsvollen Umgang.» Es gibt aber von aussen zunehmend Probleme durch Wilderei.

    «Bedrohtes Naturerbe: Südsudan kämpft gegen Wilderei»

    Das Naturerbe des Südsudan ist nach Angaben von African Parks erheblich gefährdet. Ein Vergleich mit Studien aus den 1980er-Jahren zeige, dass es bei den meisten sesshaften Arten zu erheblichen Rückgängen gekommen ist. Darunter Elefanten, Warzenschweinen, Geparden, Flusspferden und Büffel.

    Der seit 2011 unabhängige Südsudan ist von den Folgen jahrzehntelangen Kriegs und Bürgerkriegs gezeichnet. Das Land hat eine schwache Infrastruktur und gehört zu den ärmsten Ländern der Welt.

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