40 statt 300 Besucher kommen an Podium mit Greta Thunberg in Zürich
Ein Podium mit der Klimaaktivistin Greta Thunberg in Zürich ist offenbar sabotiert worden. Das Panel am Mittwoch zum Westsahara-Konflikt war ausverkauft, statt 300 Zuschauer kamen aber nur etwa 40. Thunberg machte Marokko dafür verantwortlich.

Die Nachfrage nach Tickets sei sehr gross gewesen, dennoch seien viele reservierte Plätze nicht genutzt worden, teilte eine Mediensprecherin des veranstaltenden Zurich Film Festival gegenüber Keystone-SDA mit. Sie bestätigte damit einen Artikel des «Tages-Anzeigers».
Offenbar war es auch zu sehr grossen Bestellungen gekommen. «Wir haben die Anzahl Tickets nachträglich auf maximal vier pro Personen begrenzt. Bei einzelnen Reservationen wurde eine grössere Anzahl Tickets gebucht», schreibt die Mediensprecherin. Ob es sich um eine gezielte Aktion handelte, könne sie nicht beurteilen oder kommentieren. Der Eintritt war gratis, Interessierte mussten aber ein Ticket buchen.
Laut dem «Tages-Anzeiger» hatte Thunberg auf dem Podium eine klare Meinung zum schwachen Zuschaueraufkommen. Sie machte demnach Marokko als Verantwortlichen aus, den Staat mit dem die Sahrawis, die ursprünglichen Bewohner der Westsahara, in einem jahrzehntelangen Konflikt stehen. Die leeren Ränge seien Bestätigung dafür, dass der Kampf der Sahrawi mundtot gemacht werden solle.
Hintergrund des Besuches von Thunberg ist der Dokumentarfilm «My Home of Wind and Sand», der die Protagonistin Najla Mohamed Lamin über zehn Jahre begleitet. Sie wurde in einem Flüchtlingslager in Algerien geboren und lebt immer noch dort. Mohamed Lamin sieht sich als Stimme ihres Volkes, die sich etwa bei der Uno in Genf für dieses stark macht.
Die Weltpremiere des Films fand am Dienstag in einem vollen Kinosaal statt. Thunberg war anwesend, stand aber nicht im Mittelpunkt des Abends. Sie setzt sich für die Sache der Sahrawis ein und hob die Zusammenhänge zwischen deren Kampf und der globalen Klimakrise sowie der sozialen Gerechtigkeit hervor.










