Im Osten von Russland breiten sich die Waldbrände immer weiter aus. Rund 440'000 Hektar Waldfläche standen am Freitag in Brand.
Waldbrand in Russland
Dieses vom russischen Notfallministerium zur Verfügung gestellte Videostandbild zeigt einen Waldbrand in der Region Irkutsk. - dpa

Das Wichtigste in Kürze

  • In Russland wüten aktuell 336 Waldbrände auf einer Fläche von knapp 440'000 Hektar.
  • In dem Gebiet Jakutien herrscht seit Tagen der Ausnahmezustand.
  • Mehrere orten mussten evakuiert und hunderte Menschen in Sicherheit gebracht werden.

Die schweren Waldbrände im Osten Russlands in der besonders betroffenen sibirischen Region Jakutien (Republik Sacha) breiten sich immer mehr aus. Dort standen am Freitag knapp 440'000 Hektar Waldfläche bei 158 Bränden in Flammen, teilte die Forstschutzbehörde mit.

In dem Gebiet gilt seit Tagen der Ausnahmezustand. Insgesamt tobten in Russland den Behörden zufolge 336 Waldbrände auf einer Fläche von mehr als einer halben Million Hektar. Das ist mehr als das Doppelte der Fläche Luxemburgs.

Mehrere Orte wurden evakuiert

Rund 7000 Menschen und Dutzende Flugzeuge seien im Einsatz, um die Brände einzudämmen. Im Gebiet Tscheljabinsk am Uralgebirge mussten Hunderte Menschen in Sicherheit gebracht werden, als einzelne Orte wegen der Feuer evakuiert wurden.

In Jakutien beschoss ein Flugzeug vom Typ Antonow An-26 nach Behördenangaben Wolken, um sie künstlich abzuregnen. Nach dem Beschuss mit speziellen Patronen wird demnach Silberjodid freigesetzt. Dieses führt in den Wolken zu einer chemischen Reaktion und erzeugt so eine Regenfront.

Waldbrände
Einsatzkräfte der Feuerwehr sind nach einem Waldbrand mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. - dpa

Die Lage in Jakutien sei sehr ernst, die Rauchbelastung der Luft hoch, teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit. Sie hatte auch freiwillige Lösch-Helfer in den besonders betroffenen Nationalpark mit den berühmten Lenafelsen geschickt. Das Areal, das seit 2012 zum Welterbe der Unesco gehört, wurde nun für Touristen geschlossen.

Waldexperten von Greenpeace beklagen, dass sich die Situation mit den Bränden in Russland wegen des Klimawandels verschärft habe. Es gebe ungewöhnliche Hitzewellen mit trockenen Gewittern und langen Dürren. Allerdings breche nur ein Teil der Feuer etwa wegen Blitzeinschlägen aus. Das Gros der Brände werde von Menschen verursacht, hiess es.

Brände verschlimmern sich jedes Jahr

Jedes Jahr stehen im flächenmässig grössten Land der Erde mit seinem für das Klima wichtigen Taiga-Waldgürtel riesige Baumbestände in Flammen. Allein in Jakutien brannten nach Behördenangaben im vergangenen Jahr rund sechs Millionen Hektar Wald ab. Dies bei einer Gesamtfläche von 256 Millionen Hektar.

Mehr zum Thema:

Ausnahmezustand Greenpeace Unesco Erde Feuer