Wegen Corona: Afrikanische Forscher stranden in Norwegen

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    Senegal,

    Wissenschaftler wollten eigentlich vor der Westküste Afrikas Tierbestände erforschen - und konnten durch Corona plötzlich nirgends mehr an Land gehen. So verschlug es sie bis nach Bergen am Nordatlantik.

    Das Forschungsschiff musste von der afrikanischen Küste zurück bis nach Norwegen fahren. Foto: Diana Zaera/Institute of Marine Research /dpa
    Das Forschungsschiff musste von der afrikanischen Küste zurück bis nach Norwegen fahren. Foto: Diana Zaera/Institute of Marine Research /dpa - dpa-infocom GmbH

    Das Wichtigste in Kürze

    • Die Corona-Pandemie hat afrikanischen Meereswissenschaftlern eine kleine Odyssee auf dem Atlantik beschert.

    Forscher aus Senegal, Mauretanien und Gambia sowie Spanien und Norwegen befanden sich Ende Februar auf einem Forschungsschiff vor der Westküste Afrikas, als sich das Coronavirus auf der Welt ausbreitete. «Wir merkten plötzlich, dass überall die Länder ihre Grenzen dicht machten», sagte Merete Tandstad, die Koordinatorin des Forschungsprogramms. Weil die sieben afrikanischen Forscher nicht in ihre Heimatländer zurückkehren konnten, verbrachten sie demnach mehrere Monate in einem Gastland - im kalten Norwegen.

    Die Wissenschaftler erforschten auf einem norwegischen Schiff die Verbreitung von Fischen, Garnelen und anderen Meerestieren, wie Tandstad von der UN-Landwirtschaftsorganisation (FAO) erklärte. Die Forschungsreise wurde von der FAO und dem norwegischen Institute of Marine Research (IMR) geleitet. Wegen der Pandemie wurde die Mission aber abgebrochen, und das Schiff musste den nächstgelegenen Hafen ansteuern: Agadir in Marokko. Dort konnten laut Tandstad aber nur die marokkanischen Forscher von Bord gehen - die anderen durften wegen der Grenzschliessungen das Land nicht betreten. «Dann wurde uns klar: Bergen ist die einzige Option, die uns übrig bleibt.»

    Das norwegische Bergen ist die Heimat des Forschungsschiffs und des IMR. Nach einem Halt in Spanien, wo die spanischen Wissenschaftler von Bord gingen, erreichte das Schiff Norwegen. Dort mussten die afrikanischen Forscher auf eine Öffnung ihrer Länder warten. «Unser Aufenthalt in Bergen wurde immer länger und länger», erklärte der Senegalese Magatte Niang, einer der Wissenschaftler. Die Forscher waren nicht auf die kalten Temperaturen vorbereitet und wurden von Kollegen beim IMR mit Winterkleidung ausgestattet, wie Tandstad sagte.

    «Ich gewöhnte mich langsam an den Rhythmus des Lebens in Bergen mit Schnee, Regen und Sonnenschein am selben Tag», sagte der 35-jährige Niang. Nach rund drei Monaten konnten er und seine Kollegen endlich nach Hause reisen. Als Niang in seiner Heimat Senegal ankam, waren es «Freude und unermessliches Glück, die in meinem Haus herrschten».

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